Klinische und radiologische Ergebnisse nach operativer und konservativer Therapie proximaler Hamstringsavulsionen vom Tuber ischiadicum

Klinische und radiologische Ergebnisse nach operativer und konservativer Therapie proximaler Hamstringsavulsionen vom Tuber ischiadicum

Helm P, Marche B, Paffrath T, Akoto R, Wafaisade A, Probst C, Bouillon B

 

Fragestellung: Avulsionsverletzungen der proximalen Hamstringssehnen sind seltene Verletzungen, gewinnen aber im Zuge des zunehmenden Erkenntnisgewinns diese Entität betreffend und der breiteren Anwendung schichtbildbegender Verfahren an Bedeutung. In der bis dato publizierten Literatur sind nahezu ausschließlich die Ergebnisse operativer Therapieregime beschrieben. Vergleichsgruppen fehlen in der Regel. Es sollte untersucht werden, ob die operative Therapie der konservativen Therapie überlegen ist.

Methodik: 20 (8 im akuten Stadium operativ versorgte, 6 im chronischen Stadium operativ versorgte und 6 konservativ therapierte) Patienten wurden eingeschlossen und retrospektiv nach durchschnittlich 20,8 Monaten nachuntersucht. Es erfolgte die klinische Untersuchung (ROM, VAS), die Erhebung verschiedener Scores (Return-to-sports, Harri-Hip-Score, Larson-IOWA-Hip-Score, LEFS, Marx-Aktivitäts-Skala, Oslo-Sports-Trauma-Center-Hamstrings-Function-Score, Proximal Hamstrings Injury Questionnaire), die isokinetische Kraftmessung und die radiologische Kontrolle der Sehneneinheilung mittels MRT.

Ergebnisse: Trotz nicht vergleichbarer Kollektive und geringer Fallzahlen ließen sich folgende Trends erkennen:

  • Im akuten Stadium operativ versorgte Patienten erzielten bessere klinisch/funktionelle Ergebnisse und bessere Werte in der isokinetischen Kraftmessung und in den spezifischen Scores als im chronischen Stadium operativ versorgte Patienten und konservativ therapierte Patienten.
  • Im chronischen Stadium operativ versorgte Patienten erzielten bessere klinisch/funktionelle Ergebnisse und bessere Werte in der isokinetischen Kraftmessung und in den spezifischen Scores als konservativ therapierte Patienten. Statistische Signifikanz wurde auf Grund der geringen Fallzahlen nicht erreicht.

Alle operativ refixierten Sehnen heilten nach radiologischen Kriterien am Tuber ischiadicum an. Rerupturen wurden nicht beobachtet.

Schlussfolgerung: Die operative Refixation der proximalen Hamstringsehnen am Tuber ischiadicum scheint vor allem im akuten Stadium der konservativen Therapie überlegen.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI24-675

doi: 10.3205/14dkou126, urn:nbn:de:0183-14dkou1265

Published: October 13, 2014
© 2014 Helm et al.
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Degenerative Osteitis pubis und Adduktorentendinopathie bei Sportlern – Vorstellung eines neuen differenzierten arthroskopisch gestützten Operationsverfahrens

Degenerative Osteitis pubis und Adduktorentendinopathie bei Sportlern – Vorstellung eines neuen differenzierten arthroskopisch gestützten Operationsverfahrens

Hopp S, Kelm J, Wilhelm P, Pizanis A, Pohlemann T

 

Fragestellung: Eine wichtige Differentialdiagnose bei chronischen Leistenschmerzen beim Sportler stellt die Osteitis pubis (Schambeinentzündung) dar. Obwohl die Adduktoren-Ursprungtendinose häufig ein zusätzlicher Schmerzgenerator bei einer Osteitis pubis darstellt, erfolgte bis dato keine Würdigung in der chirurgischen Fachliteratur. Aus diesem Grund präsentieren wir erstmals die Ergebnisse unserer neuen kombinierten operativen Technik bei degenerativen Symphysendiskus- und Adduktorenläsionen in einer prospektiven Fallserie von Sportlern.

Methodik: Von 2009 bis 2012 wurden insgesamt 16 konsekutive Sportler mit einer chronischen Osteitis pubis und einer Adduktor longus-Tendinopathie eingeschlossen. Präoperative Diagnostik: Klinische Untersuchung, Röntgen-Beckenübersicht, Einbeinstandaufnahmen zum Ausschluss einer Symphyseninstabilität, KM-Darstellung der Symphyse (Symphysographie) und i.a. LA-Test zur Bestätigung einer Kapsel-Läsion der Symphyse, MRT-Aufnahme Becken. Indikation zur Operation: chronische Schmerzen (mindestens 6 Monate), Nachweis einer kombinierten Symphysen- und Adduktorendegeneration, positiver LA-Test. Operation: 1. Debridement und Refixation Adduktor longus Sehne, 2. Arthroskopisches Debridement Symphysendiskus und -knorpel via 2-Portale-Zugang. Prospektive NU nach 6, 12 Wochen und mindestens 1 Jahr. Dokumentiert wurden prä- und postoperativ: Visuelle Analogskala (VAS), NIPPS Score (Schmerzlevel bei sportlicher Betätigung), Groin Disability Score (Beeinträchtigung durch Leistenschmerz) und die Dauer der Rückkehr zum Sport nach OP. Die Datenauswertung beinhaltete eine deskriptive Statistik, Chi-Quadrat-Test und t-Test für verbundene Stichproben. EBM-Level IV.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Durchschnittsalter 32 Jahre, ausschließlich männliche Fußballer. Bei allen Patienten Wiedererlangung Sportfähigkeit (nach durchschnittlich 17,6 Wochen) (p<0.01), auf Wettkampfniveau bei 14 von 16 Patienten, Trainingsniveau bei 2 Patienten. Signifikante Verbesserung von VAS (präop./postop.: 7,77 auf 1,0; p<0.01), NIPPS Score (präop./postop.: 6,36 auf 2,33; p<0.01), Groin Disability Score (präop./postop.: 14,69 auf 1,62; p<0.01). Hohe Korrelation von Beschwerdenseite und Seite der Adduktorenläsion im MRT (p<0.05) und der Symphysographie (p<0.01). Radiologisch keine Instabilität 3 Monate postoperativ. Komplikationen: 2 operative Revisionen (1x akute postoperative Blutung, 1x Wundheilungsstörung).

Die präsentierte neue operative Technik stellt ein vielversprechendes Verfahren dar bei Sportlern mit einer therapie-refraktären kombinierten Symphysendegeneration und einer chronischen Adduktoren-Pathologie.

Durch den sorgfältigen präoperativen klinischen und radiologischen Nachweis der speziellen Pathologie kann ein erfolgreiches Outcome bei den Patienten erreicht werden.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI24-1486

doi: 10.3205/14dkou125, urn:nbn:de:0183-14dkou1251

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Hopp et al.
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Amputierte Leistungssportler – „A class of their own“ oder „Role Model“ für unfallverletzte Patienten?

Amputierte Leistungssportler – „A class of their own“ oder „Role Model“ für unfallverletzte Patienten?

Fabian T, Mutschler M, Otchwemah R, Bouillon B, Tjardes T

 

Fragestellung: Das Outcome nach einer traumatischen Amputation an der unteren Extremität ist oft nicht zufriedenstellend. Trotzdem schaffen es einige Betroffene, sportliche Höchstleistungen zu erbringen.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es unter Zuhilfenahme klinischer, funktioneller und lebensqualitätszentrierter Outcomeparameter zu evaluieren, in welchen Bereichen sich amputierte Leistungssportler von nicht Sportlern unterscheiden. Des weiteren stellt sich die Frage, ob amputierte Leistungssportler als „Role Model“ in die Betreuung amputierter Unfallpatienten integriert werden sollte.

Methodik: Zehn Teilnehmer der Paralympics 2012 mit einer Amputation an den unteren Extremitäten wurden im Rahmen eines Vorbereitungswettkampfes mit einem Fragebogen befragt. Dieser enthielt Fragen zur Amputationshistorie, Rehabilitation, der sportlichen

Aktivität vor und nach der Amputation, der Schmerzanamnese, dem SF-36 Score und dem AmpuPro Score zur Evaluation des funktionellen Outcomes.

Ergebnisse: 10 Athleten (6 m/4 w, Ø 30,7 Jahre, 7 paralympische Medaillen). Amputationsursache war in 6/10 ein Trauma, in 2/10 ein Tumor und in 2/10 eine Malformation. 5/6 traumatischen Amputationen entwickelten postoperativ Stumpfkomplikationen. 3/10 führten eine stationäre, 5/10 eine ambulante Rehabilitationsmaßnahme mit frühzeitiger sportlicher Betätigung durch. Das funktionelle Outcome (Ampu Pro Score) war sehr gut (9/10 erreichten den Maximalwert von 120 Pkt). 7/10 hatten eine leere Schmerzanamnese, 3/10 berichteten über gelegentliche Phantomschmerzen, die in keinem Fall das tägliche Leben beeinflussten. Der SF-36 zeigte bezogen auf das physische Outcome, die Vitalität, die soziale Funktion und der emotionalen Rollenfunktion Werte, die der gesunden Normalpopulation entsprechen. Ausschließlich im mentalen Subscore zeigte die Gruppe der Athleten Werte unterhalb der Normalpopulation.

Schlussfolgerungen: Der Akutverlauf nach einer Amputation ist auch bei sportlich ambitionierten Patienten komplikationsbehaftet. Stationäre Rehamaßnahmen scheinen das funktionelle Outcome nicht positiv zu beeinflußen. Trotz eines optimalen funktionellen Outcomes und einer geringen Schmerzsymptomatik zeigen Spitzensportler ein unterdurchschnittliches mentales Outcome. Die psychologische Deutung dessen bleibt unklar. Denkbar ist eine Überkompensation der mentalen Defizite durch die sportliche Leistung. In jedem Fall deuten die Ergebnisse des mentalen Subscores darauf hin, dass es eine „Leistungssport Persönlichkeit“ geben könnte – insofern blieben amputierte Leistungssportler bezogen auf die von ihnen erbrachten Spitzenleistungen eine eigene Entität und sollten deshalb nicht als „Role Model“ für amputierte Patienten herangezogen werden.

Der positive Effekt sportbetonter ambulanter Rehabilitationskonzepte, ohne Verweis auf sportliche Höchstleistungen, wird jedoch durch die vorliegenden Daten unterstützt und sollte in stärkerem Umfang als bisher in die Rehabilitation amputierter Unfallpatienten einbezogen werden.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI24-639

doi: 10.3205/14dkou124, urn:nbn:de:0183-14dkou1243

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Fabian et al.
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Arthroskopisch kontrollierte Core Decompression des Talus (ACD), ein neues operatives Verfahren zur Therapie osteochondraler Läsionen

Arthroskopisch kontrollierte Core Decompression des Talus (ACD), ein neues operatives Verfahren zur Therapie osteochondraler Läsionen

Beck S, Jäger M, Landgraeber S

 

Fragestellung: Die Revitalisierung des subchondralen Knochens und der Erhalt der intakten Knorpeloberfläche ist die bevorzugte Behandlungsmethode für stabile osteochondrale Läsionen des Talus (OLT). Mit dieser Studie untersuchen wir die Effektivität der arthroskopisch assistierten Core Decompresssion als Therapieoption bei osteochondralen Läsionen der medialen Talusschulter.

Methodik: 10 Patienten mit einer OLT der medialen Talusschulter (6 x Grad II, 4 x Grad II-III entsprechend der Pritsch-Klassifikation, 4 x Grad II, 2 x Grad III, 4 x Grad V entsprechend der Bristol-Klassifikation, Defektgröße 100 bis 170 mm²) wurden mit einer transtalaren 8mm Bohrung und Core Decompression der OLT behandelt. Unter arthroskopischer Sicht wurde die OLT unter Erhalt der den Defekt bedeckenden, intakten Knorpelschicht komplett debridiert. Der Bohrkanal und die ausgeräumte OLT wurden anschließend mit osteokonduktivem Knochenersatzstoff aufgefüllt. Der Behandlungserfolg wurde durch klinische Scores, radiologische als auch kernspintomographische Nachuntersuchungen nach einem Follow-up von 14.0 ± 5.4 (7-23) Monaten erfasst.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Der AOFAS-Score (American Orthopedic Foot and Ankle Society Score) verbesserte sich signifikant von 71.0 ± 2.4 auf 90.3 ± 5.9 (p=0.018) und der FADI Score (Foot and Ankle Disability Index) stieg von 71.8 ± 11.1 auf 92.5 ± 1.9 (p=0.018) an. Radiologisch stellte sich eine Osteointegration des Knochenersatzstoffes und Remodellierung der medialen Talusschulter nach 3 Monaten dar, wenngleich kernspintomographisch eine Veränderung des Knochensignals im Bereich des aufgefüllten Bohrkanals und der OLT für mehr als 12 Monate zu beobachten war.

Die ersten Ergebnisse der ACD bei der Behandlung stabiler OLT Grad II oder II-III entsprechend der Pritsch-Klassifikation sind vielversprechend. Insbesondere auch OLT über 150 mm² zeigten postoperativ gute klinische Scores mit radiologisch vollständiger Wiederherstellung der medialen Talusschulterkontur. Die guten Ergebnisse müssen aber durch eine größere Patientenzahl und Langzeitergebnisse noch bestätigt werden.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI24-1544

doi: 10.3205/14dkou123, urn:nbn:de:0183-14dkou1232

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Beck et al.
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Epidemiologie, konservative und operative Ergebnisse nach Skapulafrakturen

Epidemiologie, konservative und operative Ergebnisse nach Skapulafrakturen

Lehmann LJ, Detzel T, Gologan R

 

Fragestellung: Ziel der Untersuchung war es, aus dem Kollektiv eines überregionalen Traumazentrums, Art und Anzahl sowie Verletzungsprofil von Skapulafrakturen zu ermitteln und die klinischen und radiologischen Resultate nach konservativer und operativer Therapie zu erheben.

Methodik: Zwischen 2001 und 2011 wurden 178 Patienten mit 203 Skapulafrakturen ermittelt. Die Nachuntersuchung erfasste den konstant score, den simple shoulder test, den subjective shoulder value sowie eine klinische Nachuntersuchung hinsichtlich Scapuladyskinesien. Die Frakturklassifikation erfolgte nach Euler und Rüedi. Ein positives Votum durch die Ethikkommission lag vor 2012 328N-MA.

Ergebnisse: Zu einem Gesamtkollektiv von Frakturen des Oberarmes und der Schulter zeigte sich eine Inzidenz von 0,7%. In diesem Gesamtkollektiv waren 134 männliche und 44 weibliche Patienten bei einem Altersdurchschnitt von 53 Jahren. Die Hauptunfallursachen waren Unfälle mit einem motorisiertem Zweirad (n=44) oder Stürze (n=75). Bei den häufigsten Begleitverletzungen wurden Rippenfrakturen (n=68), SHT (n=59), Wirbelkörperfrakturen (n=38), gefunden. Als Polytrauma wurden bei einem ISS≥16 insgesamt 61 Patienten identifiziert. A-Frakturen zeigten sich in 36%, B-Frakturen in 12%, C-Frakturen in 9%, D-Frakturen in 36%, E Frakturen in 7% der Fälle. Unmittelbar posttraumatisch hatten 11 Patienten eine klinisch relevante Neurologie, bei 31 Patienten lag eine Schulterluxation, bei 32 Patienten eine Klaviculafraktur zusätzlich vor. Operativ versorgt wurden 54 Patienten. In 5 Fällen lag eine floating shoulder vor.

Aus diesem Gesamtkollektiv konnten 77 Patienten in die Nachuntersuchung einbezogen werden. Der durchschnittlichen Werte der Nachuntersuchungsscores betrugen: Constant score 76 Punkte (von 100), simple shoulder Test 11 Punkte (von 12), subjective shoulder value 74 (von 100). Eine Scapuladyskinesie wurde bei 9 Patienten gefunden.

Schlussfolgerung: Brüche des Schulterblatts und dessen Fortsätzen sind mit 0,4-1% aller Frakturen vergleichsweise selten.

Verletzungsmuster und Begleitpathologie erfordern ein multidirektionales Vorgehen, häufig im Rahmen der Schwerstverletzenversorgung.

Klinische Resultate sind in Abhängigkeit der Klassifikationen operativ und konservativ gleichermaßen gut. Scapuladyskinesien im Langzeitverlauf traten in >10% der Fälle auf und bedürfen der weiteren aufmerksamen Untersuchung.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI23-926

doi: 10.3205/14dkou122, urn:nbn:de:0183-14dkou1222

Published: October 13, 2014
© 2014 Lehmann et al.
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Analyse der Inzidenz intraartikulärer Begleitverletzungen bei lateraler Klavikulafraktur

Analyse der Inzidenz intraartikulärer Begleitverletzungen bei lateraler Klavikulafraktur

Kirchhoff C, Beirer M, Postl L, Siebenlist S, Vester H, Biberthaler P

 

Fragestellung: Die Therapie der lateralen Klavikulafraktur wird in der aktuellen Literatur weiterhin kontrovers diskutiert. So besteht zum einen ein hohes Risiko der Pseudarthrose, zum anderen ist das funktionelle Ergebnis hinsichtlich der Schulterfunktion nur mittelmäßig. Die Kraftvektoren, welche eine Fraktur des lateralen Klavikula bedingen unterscheiden sich nur gering von jenen die zur AC-Gelenkssprengung führen. Aus der aktuellen Literatur ist bekannt, dass bei AC-Gelenkssprengung in bis zu 15% traumatisch bedingte intraartikuläre Begleitschäden des Schultergelenkes vorliegen. Derartige Begleitschäden könnten potentiell auch die Therapie der lateralen Klavikulafraktur beeinflussen. Ziel der vorliegenden Arbeit war daher die Analyse der Inzidenz intraartikulärer Begleitverletzungen nach lateraler Klavikulafraktur.

Methodik: Von Januar 2013 bis Januar 2014 wurden 20 dislozierte laterale Klavikulafrakturen (Typ Jäger & Breitner I-III) bei 20 Patienten mit einem Altersdurchschnitt von 41 Jahren (19-61 Jahre) prospektiv im Rahmen der Frakturversorgung diagnostisch arthroskopiert. Bei keinem der Patienten bestanden präoperativ Schulterbeschwerden. Es wurden 12 rechte und 8 linke Schultern operiert. Bei 4 Patienten lag ein Typ I, bei 10 Patienten ein Typ IIa, bei 4 Patienten ein Typ IIb und bei 2 Patienten ein Typ III nach Jäger & Breitner vor.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Es wurde bei 6 Patienten (20%) ein intraartikulärer Begleitschaden vorgefunden. Bei 4 Patienten bestand eine SLAP-Läsion (1 Typ II, 3 Typ III), bei einem Patienten fand sich eine Pulley-Läsion Habermeyer III und bei einer Patientin eine therapiebedürftige PASTA-Läsion.

Zusammenfassend scheinen therapiebedürftige intaartikuläre Begleitschäden nach lateraler Klavikulafraktur mit ähnlich hoher Inzidenz wie bei der AC-Gelenkssprengung aufzutreten. Bleiben sie untherapiert, können sie das Therapieergebnis negativ beeinflussen.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI23-1556

doi: 10.3205/14dkou121, urn:nbn:de:0183-14dkou1213

Published: October 13, 2014
© 2014 Kirchhoff et al.
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