Calcaneal Nail (C-NAIL) – Kalkaneusfrakturen

Calcaneal Nail (C-NAIL)

Pompach M, Amlang M, Zilka L, Carda M, Zwipp H

Objective: The authors present the first clinical results in treatment of calcaneal fractures using a newly developed calcaneal nail (C-NAIL). In their presentation the authors describe the clinical study, the indication for the minimal-invasive operation and explain in detail the surgical procedure using this new method. Calcaneal nail C-NAIL allows for a minimal-invasive approach and high stability with low risk of infection.

Method: The fragments are fixed with seven or less screws, two sustentacular screws, three lateral screws and two superior screws. The underlying principle of the operation is the fixation of a fractured calcaneus with a nail which is introduced by stab incision after initial anatomic reduction of the posterior facet. During the surgery, the patient is in a lateral position. We perform the short incision (3-4cm) below the tip of the lateral malleolus in the direction towards the base of the fifth metatarsal bone. This way we gain access into subtalar joint. In the next step we aim the guide wire in the axis of the calcaneus in the direction of calcaneo-cuboideal joint. The nail with the attached aiming device is inserted into the drilled hole. Two screws in the sustentacular fragment determine the correct position of the nail in the calcaneal bone.

Results: Since 2011 do end of 2013 was performed in department of traumatology in Pardubice, Czech Republic and in department of traumatology in Dresden, Germany 77 cases. The average age of patients was 46 (17-73 years). The fractures were classified using Sanders-Type system: I (n=9), IIA (n=25), IIB (n=18), IIC (n = 3), IIIAB (n=13), IIIAC (n=2), IIIBC (n=3) , IV (n=4). Soft tissues were classified by Gustilo-Anderson O1 (n=2), O2 (n=1) and Tscherne G0 (n=24), G1 (n=41), G2 (n=9). Four weeks after surgery, all patients were examined radiologically and after half year the AOFAS scores were evaluated. Outcome scores were between 65 and 100 points, with an average score of 94,0 points (first 54 patients 6 months after surgery).

Conclusion: As a conclusion, we can say that the C-NAIL is a new minimal-invasive system that allows for high primary stability, early functional aftertreatment with improved hindfoot motion and reduced probability of the risk of infection. In our practice, smokers, insulin non-dependent diabetics and the patients with high age are no contraindication to surgery by C-NAIL.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI16-684

doi: 10.3205/14dkou057, urn:nbn:de:0183-14dkou0576

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Pompach et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.

Mikrozirkulation des gesunden Rückfußes. Eine Probanden-Studie unter dem Blickwinkel des chirurgischen Zugangs bei der Kalkaneusfraktur

Mikrozirkulation des gesunden Rückfußes. Eine Probanden-Studie unter dem Blickwinkel des chirurgischen Zugangs bei der Kalkaneusfraktur

Knobe M, Carow JB, Gradl G, Modabber A, Ghassemi A, Sönmez TT, Pape HC

Fragestellung: Die Therapie intraartikulärer Kalkaneusfrakturen ist weiterhin in der Diskussion. Trotz Infektionsraten von bis zu 20% stellt die offene Reposition über den ausgedehnten lateralen Zugang den Goldstandard dar. Die Literatur deutet auf eine multifaktorielle Genese der Wundkomplikationen, geprägt von individuellen Patientenfaktoren, aber auch von operationsbedingten Ursachen. Eine intakte Mikrozirkulation des Weichgewebes ist dabei unstrittig Voraussetzung für eine komplikationslose Wundheilung. Ziel dieser Pilot-Studie war die Erfassung mikrozirkulatorischer Parameter des Weichteilmantels am Rückfuß an einem gesunden Probanden-Kollektiv zur Identifizierung mikrozirkulatorisch präferierter Zugangswege sowie möglicher zirkulatorischer Determinanten.

Methodik: Bei 125 Probanden (Alter: 30.7 Jahre, m/w 76/49, BMI: 23.2 Kg/m2, RR: 124/79 mmHg, Raucher/Nichtraucher 32/93) wurde in Rückenlage ein Mapping der Mikrozirkulation am rechten Rückfuß mittels O2C durchgeführt (oxygen to see, Laser-Doppler / Weißlichtspektroskopie, LEA-Medizintechnik, Gießen, Deutschland). Mithilfe eines standardisierten Messplans wurden lateral und medial jeweils 10 oberflächliche (2 mm Eindringtiefe) und tiefe (8 mm Eindringtiefe) Punkte erfasst. Über eine Flachsonde wurde der Blutfluss (Flow) sowie die kapillar-venöse Sauerstoffsättigung (SO2) in Gefäßen mit einem maximalen Durchmesser von 100 µm gemessen.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Lateral zeigte der erweiterte laterale Zugang (2 mm und 8 mm) signifikant höhere SO2-Werte, im Vergleich zum modifizierten erweiterten lateralen Zugang (stumpfer Verlauf) sowie zum epimalleolären Palmer-Zugang (P<0.001). Der Palmer-Zugang hingegen wies im Vergleich den höchsten Flow auf (2 mm und 8 mm; P<0.001). Innerhalb des erweiterten lateralen Zugangs zeigte der klinisch-kritische Umlenkpunkt vom vertikalen in den horizontalen Schenkel im Vergleich zu den umliegenden Punkten höhere S02- und Flow-Werte (P<0.001). Medial zeigte der McReynolds-Zugang (2mm und 8mm) signifikant höhere Werte (SO2 und Flow; P<0.001) im Vergleich zum aszendierenden und zum deszendierende Sustentaculum-Zugang.

Sämtliche qualitativen (Geschlecht, Rauchen) wie quantitativen (Alter, Blutdruck, BMI, Packyears) Einflussgrößen zeigten keine statistisch signifikante Korrelation in Bezug auf Flow und SO2.

Parameter der Mikrozirkulation am gesunden Rückfuß zeigen signifikante regionale Unterschiede- auch hinsichtlich potentieller Zugangswege. Diesbezüglich erwies sich der McReynolds-Zugang am medialen Rückfuß als vorteilhaft. Der erweiterte laterale Zugang, Goldstandard in der Versorgung von Kalkaneusfrakturen, zeigte trotz der postoperativ häufigen Wundkomplikationen, am gesunden Fuß keine eingeschränkte Mikrozirkulation. Vergleichende Messungen am Rückfuß in der Traumasituation sind hierbei essentiell und geplant, um den mikrozirkulatorischen Einfluss auf die Wundheilung genauer zu evaluieren.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI16-868

doi: 10.3205/14dkou056, urn:nbn:de:0183-14dkou0567

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Knobe et al.
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Einfluss einer aktiv-kontrollierten Nachbehandlung (ACM) auf das funktionelle postoperative Ergebnis nach Sprunggelenksfrakturen Typ Weber-B und -C

Einfluss einer aktiv-kontrollierten Nachbehandlung (ACM) auf das funktionelle postoperative Ergebnis nach Sprunggelenksfrakturen Typ Weber-B und -C

Jansen H, Frey SP, Ataya M, Doht S, Meffert R

Fragestellung: Bei den sehr häufigen Sprunggelenksfrakturen vom Typ Weber-B und -C ist oftmals nur eine limitierte Belastung für die ersten 6 postoperativen Wochen möglich, was die funktionelle Nachbehandlung erschwert. Es wurde der mögliche Einfluss einer aktiv-kontrollierten Bewegungsschiene (ACM) auf das funktionelle Ergebnis untersucht.

Methodik: Prospektiv-randomisierte Studie an einem Level-I-Traumazentrum. 50 Patienten >18 Jahre (22-72 Jahre) mit einer singulären, operativ versorgten Sprunggelenksfraktur Typ Weber-B /-C und der Notwendigkeit einer Teilbelastung für die ersten 6 Wochen wurden prospektiv in 2 Gruppen randomisiert. Gruppe I erhielt zusätzlich zur Krankengymnastik eine aktiv-kontrollierte Bewegungsschiene (Camoped, Fa. OPED) mit 20 Minuten Übung/Tag. Gruppe 2 diente als Kontrollgruppe. Nach 6 und 12 Wochen erfolgten klinische und funktionelle Nachuntersuchungen. Es wurden die Bewegungsausmaße, Umfangsdifferenzen, Dauer der Arbeitsunfähigkeit sowie der AOFAS-Score, die VAS Fuß-& Sprunggelenk, der Mazur-Score und der Phillip-Score erhoben. Zusätzlich erfolgte eine dynamische Pedobarographie (Emed M-Plattform; Novel GmbH).Die Ergebnisse wurden mittels SPSS (Vers. 19) auf auf Normalverteilung und Unterschiede zwischen beiden Gruppen hin mittels Kolgorov-Smirnov-Test, Levene-Test, T-Test, U-Test und Chi-quadrat-Test untersucht. Es konnten 49 Patienten (25 vs. 24) ausgewertet werden.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Es konnten 49 Patienten (25 vs. 24) ausgewertet werden. Es zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen bei den Parametern Alter (46 vs. 53 Jahre), Geschlecht (Männer: 14/13; Frauen 11/11), Größe (172.8 cm vs. 173.5 cm), Gewicht (79 kg vs. 83 kg), Unfallmechanismus (je 21mal ein Unknicktrauma), Frakturtyp (15 vs. 12 Weber-B-Frakturen, 10 vs. 12 Weber-C-Frakturen), dem Knöchelumfang oder dem zusätzlichen Tragen einer Sprunggelenksorthese (18 vs. 19) in den ersten 6 Wochen.

Gruppe 1 (ACM) wies sowohl nach 6 Wochen bessere Werte bei der Beweglichkeit des oberen Sprunggelenkes im Vergleich zur unverletzten Gegenseite auf (49 zu 71 Grad vs. 41 zu 71 Grad; p<0.05), als auch nach 12 Wochen (58 zu 71 Grad vs. 54 zu 73 Grad; p= 0.06). Beim unteren Sprunggelenk zeigte sich kein Unterschied zwischen den Gruppen zu beiden Zeitpunkten. Die Patienten der ACM- Gruppe waren mit 10.5 Wochen vs. 14.7 Wochen (p=0.02) deutlich kürzer arbeitsunfähig. In den funktionellen Scores zeigten sich nach 6 Wochen bessere Resultate in der ACM-Gruppe: AOFAS 88 vs. 75 Punkte (p=0.02), VAS 55 vs. 41 Punkte (p<0.01), Mazur 64 vs. 57 Punkte (p=0.01), Phillip 59 vs. 52 Punkte (p=0.06). Auch nach 12 Wochen zeigte die ACM- Gruppe bessere Ergebnisse: AOFAS 71 vs. 64 Punkte (p=0.02), VAS 78 vs. 61 Punkte (p<0.01), Mazur 84 vs. 73 Punkte (p<0.01), Phillip 79 vs. 60 Punkte (p=0.06).

Die dynamischen Pedobarographie zeigten keine Unterschiede zwischen den Gruppen zu beiden Zeitpunkten.

Der Einsatz von ACM führt zu einer besseren Funktion des verletzten Sprunggelenkes und kürzerer Arbeitsunfähigkeit.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI16-285

doi: 10.3205/14dkou055, urn:nbn:de:0183-14dkou0555

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Jansen et al.
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Validierung von Kriterien zur Beurteilung des Repositionsergebnisses bei Syndesmosenverletzungen mittels intraoperativer 3D-Bildgebung

Validierung von Kriterien zur Beurteilung des Repositionsergebnisses bei Syndesmosenverletzungen mittels intraoperativer 3D-Bildgebung

Franke J, Schied J, von Recum J, Wendl K, Grützner PA, Vetter S

Fragestellung: Nach Reposition der Fibula in die Incisura tibiofibularis und nachfolgender Stabilisierung mit Stellschraube muss in ca. 25% der Fälle mit einem unzureichenden Repositionsergebnis gerechnet werden. Die konventionelle Durchleuchtung liefert keine zuverlässige Aussage über das Repositionsergebnis. Dies gelingt jedoch durch den Einsatz der intraoperativen 3D-Bildgebung. Ziel dieser monozentrischen retrospektiven Kohortenstudie war es, selbst definierte Kriterien zur Beurteilung des Repositionsergebnisses zu überprüfen. Die Studienhypothese war, dass Patienten bei denen diese Kriterien nicht erfüllt wurden, ein schlechteres klinisches und radiologisches Ergebnis aufweisen.

Methodik: Eingeschlossen wurden Patienten bei denen von Januar 2002 bis Oktober 2010 eine Syndesmosenverletzung mit Stellschraube unter Anwendung intraoperativer 3D-Bildgebung versorgt wurde. Die Zeit zwischen OP und Nachuntersuchung mußte mindestens 2 Jahre betragen. Ausgeschlossen wurde solche bei denen Begleitverletzungen, Vorerkrankungen oder der Verlauf das Ergebnis beeinflussen hätten können oder keine anatomische Frakturreposition vorlag. Es wurden zwei Gruppen gebildet. Bei Gruppe 1 wurde eine korrekte Reposition gemäß folgender Kriterien der jeweiligen multiplanaren Rekonstruktionen des 3D-Scans erzielt, bei Gruppe 2 nicht. Axial: Abschluss des Vorderrandes der Fibula in einer harmonischen elliptischen Linie mit dem Pilon tibiale, korrekte Einstellung der Fibula in der Incisur in Bezug auf Topographie und Weite der Syndesmose unter Beachtung der bekannten Schwierigkeiten durch interindividuelle Unterschiede, gleiche Weite der Gelenkspalten zwischen Talus und den Malleolen, korrekte Rotation des Außenknöchels ausgedrückt durch kongruente Stellung der Malleolen in Bezug auf den Talus. Coronar: Gleiche Weite der Gelenkspalten zwischen Talus und Malleolen, korrekte Länge der Fibula. Sagittal, coronar und axial: Korrekte Implantatlage.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Von 219 wurden 127 Patienten eingeschlossen, hiervon konnten 73 (57,5%) nach durchschnittlich 59 Monaten (min-max 24-248) nachuntersucht werden. Die bivariate Analyse zeigte, das Gruppe 1 (9 Frauen, 32 Männer, Durchschnittsalter 40,3, 4 isolierte Syndesmosenrupturen, 8 Weber B, 29 Weber C) im Vergleich zu Gruppe 2 (16 Frauen, 16 Männer, Durchschnittsalter 48,4, 1 isolierte Syndesmosenruptur, 3 Weber B, 28 Weber C) sowohl im Olerud und Molander Score (92,4 zu 65,5 Punkte, p=0.000) als auch dem Arthrosegrad nach Kellgren und Lawrence (p=0,029) signifikant bessere Ergebnisse aufwies. Auch die multivariate Analyse des Olerud und Molander Scores zeigt ein signifikant besseres Ergebnis für Gruppe 1 (Lineare Regressionsanalyse: Regressionskoeffizient B Differenz 22,3 Punkte, p=0,000). Werden die beschriebenen Kriterien des intraoperativen 3D-Scans nach Reposition der Fibula in die Incisura tibiofibularis erreicht, kann mit einem besseren klinischen und radiologischen Ergebnis gerechnet werden.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI16-942

doi: 10.3205/14dkou054, urn:nbn:de:0183-14dkou0540

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Franke et al.
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1 Jahresergebnisse nach Implantation eines neuen knotenlosen TightRope® Systems im prospektiv randomisierten Vergleich zur Stellschraube bei akuter Syndesmosenverletzung

1 Jahresergebnisse nach Implantation eines neuen knotenlosen TightRope® Systems im prospektiv randomisierten Vergleich zur Stellschraube bei akuter Syndesmosenverletzung

Colcuc C, Blank M, Raimann F, Fischer S, Schleicher P, Hoffmann R

Fragestellung: Die Bedeutung der Stabilität des distalen Syndesmosenkomplexes für die Druckverteilung im OSG und die möglichen Folgen bei Instabilität mit vorzeitigem Gelenkverschleiß sind aus den Cadaver- und Biomechanik Studien bekannt. Operative Stabilisierungsmöglichkeiten bei akuter Insuffizienz bieten die Titanstellschraube (TSS) und das TightRope® System (TRS) welches keiner Entfernung bedarf. Fadengranulome, durch den Fiberwire-Knoten des TRS verursacht, werden regelmäßig in der Literatur beschrieben und konnten bisher zu einer außerplanmäßigen Entfernung des TRS führen. Abhilfe soll das neue knotenlose TightRope®System (kTRS) schaffen, welches im Vergleich mit der Stellschraube in dieser prospektiv randomisierten Studie klinisch untersucht werden soll.

Methodik: Im Zeitraum 2011 bis 2013 wurden prospektiv randomisiert (EbM Level I) n=27 Patienten mit akuter Syndesmosenverletzung erfasst (isoliert=8; Weber B=7; Weber C=5 ; Maisonneuve=7).Mittels kTRS wurden (n=12; 18-49 Jahre, Ø 30,7; w:m=5:7) und mittels TSS (n=15; 19-49 Jahre, Ø 37; w:m=4:11) versorgt. Intraoperativ erfolgte bei allen Patienten eine Repositions- und Stellungskontrolle mit dem ARCADIS®Orbic 3D Fa. Siemens im Seitenvergleich. Klinische und radiologische Kontrollen erfolgten präopertiv (T1), 8 Wo post OP (T2) 6 Monate post Op (T3) und 12 Monate post OP (T4). Die prospektive Datenerhebung erfolgte mittels AOFAS-Score (American Orthopaedic Foot and Ankle Society), Weber-Score, FAAM-ADL-Score (Foot and Ankle Ability Measure). Die Auswertung wurde mit SPSS 21.0 durchgeführt unter Verwendung des Mann-Whitney- Tests.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: In den verwendeten Scores (AOFAS, Weber, FAAM-ADL) konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen (Signifikanzniveau p>0,05) im Verlauf nachgewiesen werden. Zum Zeitpunkt T4 erreichte die kTRS-Gruppe im AOFAS-Score Werte von 91/7,0 (Mittelwert/Standardabweichung), im Weber-Score 1,4/1,6 und im FAAM-ADL 93,6/7,4. Für die TTS-Gruppe wurden Werte für den AOFAS-Score von 90,7/8,0 für den Weber-Score 2,47/2,8 und für den FAAM-ADL 95,0/7,8 errechnet. In der kTRS-Gruppe erfolgte eine Rückkehr zum Sport nach im Mittel 14,25 (6-30) Wochen. Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz erfolgte nach im Mittel 9,8 (2-24) Wochen. Die TSS-Gruppe benötigte für die Rückkehr zum Sport im Mittel 18,6 (7-34) Wochen und eine Wideraufnahme der Arbeit erfolgte nach im Mittel 10,4 (1-22) Wochen.Komplikation in der kTRS-Gruppe war ein störendes Implantat. In der TSS-Gruppe ein Schraubenbruch, eine intraoperative Schraubenfehllage und ein oberflächlicher Weichteilinfekt. Neben einer nahezu zeitgleichen Rückkehr zur Arbeit konnten wir eine signifikant frühere Rückkehr zum Sport (p=0,04) in der kTRS-Gruppe nachweisen. Dies deckt sich mit den Ergebnissen der aktuellen Literatur. In Kombination mit einer niedrigeren Komplikationsrate im kTRS-Kollektiv sehen wir das neue knotenlose TightRope® System insbesondere für sportlich ambitionierte Patienten als probate Alternative zur Stellschraubenimplantation.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI16-925

doi: 10.3205/14dkou053, urn:nbn:de:0183-14dkou0532

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Colcuc et al.
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Korrekturosteotomie der Fibula bei posttraumatischen Fehlstellungen: Mittelfristige Ergebnisse in 19 konsekutiven Patienten

Korrekturosteotomie der Fibula bei posttraumatischen Fehlstellungen: Mittelfristige Ergebnisse in 19 konsekutiven Patienten

Barg A, Wiewiorski M, Horisberger M, Paul J, Henninger H, Valderrabano V

Fragestellung: Die genaue Inzidenz der posttraumatischen Fehlstellungen der distalen Fibula ist nicht genau bekannt: in der aktuellen Literatur werden die Werte bis zu 33% angegeben. Zu den häufigsten posttraumatischen Fehlstellungen der Fibula gehören Verkürzung sowie Malrotation. Biomechanische in-vitro Studien haben gezeigt, dass Fehlstellungen der Fibula zu einer signifikanten Änderung der Druckverteilung im oberen Sprunggelenk führen. Aus diesem Grund sind die posttraumatischen Fehlstellungen ein bekanntes Risikofaktor für posttraumatische Arthrose des oberen Sprunggelenks. Wir haben diese prospektive Studie mit folgenden Zielsetzungen durchgeführt:

  1. Beschreibung unseres Behandlungsalgorithmus bei Patienten mit posttraumatischen Fehlstellungen der Fibula;
  2. Report der intra- und postoperativen Komplikationen und
  3. Analyse der mittelfristigen klinischen und radiologischen Ergebnisse inklusive der Lebensqualität.

Methodik: Insgesamt wurden 19 konsekutive Patienten (11 Männer, 8 Frauen, das mittele Alter 42 Jahren, Range 19-68) in diese prospektive Studie eingeschlossen. Die ursprüngliche Verletzung war die Weber B Fraktur in 7 Patienten und Weber C in 12 Patienten. Die mittlere Zeitspanne zwischen der Verletzung und dem rekonstruktiven Eingriff betrug 17 Monate (Range 6-101). Bei allen Patienten wurde eine z-förmige Osteotomie der Fibula zur Wiederherstellung der Länge und der Rotation der Fibula durchgeführt. Die mittlere Nachuntersuchungsdauer betrug 4,9 Jahren (Range 3,2-6,7). Bei allen Patienten wurden die Röntgenaufnahmen vom Sprunggelenk und Fuss sowie Saltzman Aufnahme im Stehen durchgeführt. Die klinische Untersuchung beinhaltete u.a. visual analogue scale (VAS), American Orthopaedic Foot and Ankle Society (AOFAS) Rückfuss Score und SF-36 Fragebogen.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Es gab keine intraoperativen Komplikationen. Bei zwei Patienten kam es zu frühen postoperativen Wundheilungsstörungen, welche mit i.v. Gabe vom Antibiotikum gelöst werden konnten. Alle fibulären Osteotomien konsolidierten innerhalb von 10 Wochen postoperativ. Die Länge und die Rotation der Fibula konnte bei allen Patienten verbessert werden, dies entsprechend den Kriterien von Weber. Bei allen Patienten konnten deutliche Schmerzlinderung (VAS: 6,5 ± 1,1 → 0,9 ± 0,8, P<0,001) und funktionelle Verbesserung (AOFAS Rückfuss Score: 48,4 ± 14,5 → 85,7 ± 7,4, P<0,001; Bewegungsumfang vom oberen Sprunggelenk: 37° ± 6° → 46° ± 5°, P<0,001). Alle 8 Subgruppen des SF-36 Fragebogens verbesserten sich. Bei 11 Patienten wurde die Entfernung des osteosynthetischen Materials aufgrund der lokalen Beschwerden im Durchschnitt 11,8 Monate durchgeführt.

In unserer prospektiven Studie konnte gezeigt werden, dass z-förmige Osteotomie ist eine effiziente und erfolgreiche Methode, um bei den Patienten mit posttraumatischen Fehlstellungen der Fibula die physiologische Länge und Rotation der Fibula wieder herstellen zu können. Unsere Ergebnisse zeigen zufriedenstellende Resultate dieser Methode bei 19 konsekutiven Patienten.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI16-1325

doi: 10.3205/14dkou052, urn:nbn:de:0183-14dkou0529

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Barg et al.
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