Messtechnische Evaluation und Morphologie der anterioren Glenoidrandfraktur und ihr klinischer Einfluss

Messtechnische Evaluation und Morphologie der anterioren Glenoidrandfraktur (Bankart-Fraktur) und ihr klinischer Einfluss. Eine retrospektive Analyse von 84 Frakturen

Königshausen M, Schwiertz D, Coulibaly M, Nicolas V, Schildhauer TA, Seybold D

 

Fragestellung: Anteriore Glenoidrandfrakturen sind mormalerweise mit Schulterluxationen assoziiert. Größenbestimmungen und Morphologiebeschreibungen der betroffenen Gelenkfläche sind beim chronischen Glenoiddefekt üblich, bei der frischen Fraktur finden sich jedoch innerhalb der Literatur keine exakten Quantifizierungen der Gelenkflächenbeteiligung und der Frakturmorphologie anhand eines größeren Kollektivs. Das Ziel der Arbeit war es die verschiedenen Morphologien der anterioren Glenoidrandfraktur erstmals an einem großen Kollektiv zu erfassen und, soweit möglich, deren klinischen Einfluss darzustellen.

Methodik: Die vorliegenden radiologischen Datensätze von 84 Patienten mit einer frischen anterioren Glenoidrandfraktur (operativ oder konservative Therapie im Verlauf) wurden hinsichtlich verschiedener Morphologie-Kriterien (u.a. Ausmaß der Fragmente [mm], Anzahl, Gelenkstufen, Verkippung, Winkel des Frakturverlaufs, Gelenkflächenbeteiligung [Kreismethode in %], Morphologie der Abbruchkante, korrespondierender Hill-Sachs-Defekt [HSD], Zentrierung des Humeruskopfes) analysiert. Zur Bestimmung der Genauigkeit der Kreismethode wurden anhand Dünnschicht 3D- und 2D-CT-Bildern von Humanpräparaten digital künstliche Defekte gesetzt um Intra-Observer und Inter-Observer Zuverlässigkeiten in den Fällen zu ermitteln, in denen eine Referenz des Glenoids der Gegenseite bei archivierten Bildern nicht zu Verfügung stand.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Bei Frakturen mit vorhandenem CT fand sich eine Gelenkflächenbeteiligung von ø 20% (4-52%; ø Fragment-Länge: 23 mm, -Breite: 8 mm). In 73% lagen 1 Hauptfragment, in 18% 2 Hauptfragmente und in 9% größer 3 Fragmente vor. In 73% war das Fragment nach medial verschoben (27% verkippt). Bei 82% der Patienten fand sich ein HSD. In der Mehrzahl der Fälle lag eine gerade Frakturlinie vor (70%). Der Winkel der geraden Frakturlinien lag bei ø 7° nach anterior im Verhältnis zur Lotgraden der Glenoidhöhe. Es zeigte sich, dass bei nicht-operativ behandelten Patienten mit einer Reluxation im Verlauf vorwiegend gerade Frakturlinien vorlagen. Unmittelbar nach dem Trauma oder in unmittelbaren Verlaufskontrollen fanden sich bei ca. 28% Zeichen der Dezentrierung (>4 mm) oder Subluxation des Humeruskopfes verschiedener Ausprägung. Dies korrelierte jedoch nicht mit der Größe der Fraktur.

Mittels eines großen Patientenkollektivs konnte eine Evaluation der Frakturmorphologie der anterioren Glenoidrandfraktur (akute Defektsituation vom Fragmenttyp) vorgenommen werden. Die Daten zeigen, dass im Falle konservativer Therapie Reluxationen zwar selten, aber wenn dann vorwiegend bei Patienten mit initial geraden Abbruchkanten (Frakturlinien) auftraten. Bei ungeraden (runden) Abbruchkanten zeigten sich weniger häufig korrespondierende HSD was zeigt, dass (im Gegensatz zu der Annahme ausschließlich Luxations-bedingter Frakturen) die Impaktion des Humeruskopfes ohne anteriores Einhaken des Humeruskopfes ein wesentlicher Traumamechanismus für anteriore Glenoidrandfrakturen darstellt.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI21-1483

doi: 10.3205/14dkou100, urn:nbn:de:0183-14dkou1005

Published: October 13, 2014
© 2014 Königshausen et al.
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Arthroskopische Rekonstruktion von kleinen und mittelgroßen knöchernen Bankartläsionen

Arthroskopische Rekonstruktion von kleinen und mittelgroßen knöchernen Bankartläsionen

Bartl C, Gebhard F

 

Fragestellung: Ziel dieser Studie war zu untersuchen, in welchem Ausmaß die Grösse des anteroinferioren Bankartfragmentes den klinischen Outcome nach arthroskopischer Fragmentrefixation beinflusst.

Methodik: In die Studie wurden 33 Patienten mit einer knöchernen Bankartläsion, mit einer maximalen Grösse von 25% des inferioren Glenoidquerdurchmessers (iGQD) eingeschlossen. Die arthroskopische Rekonstruktion erfolgte in der Fadenankertechnik mit Einbeziehung des Fragmentes mit einem Kapselshift in Gruppe 1 und mit einer Fadenankerfragmentrefixation samt anhängendem Kapsel-Labrumkomplex in Gruppe 2. In der Computertomographie (CT) erfolgte eine Einteilung der Fragmente anhand des Grössenanteils der Fragmentbreite vom iGQD: Gruppe 1 (G 1):kleine Fragmente (0-12,5% des iGQD) und Gruppe 2 (G 2): mittelgrosse Fragmente (12,5-25% des iGQD). 15 Patienten wurden nach Fragmentgrössenmessung in G 1 zugeteilt und 18 Patienten in G2. Die Patientengruppen zeigten eine vergleichbare Alters- und Geschlechtsverteilung und wurden nach einem mittleren Follow-up von 20 Monaten nachuntersucht. Die Nachuntersuchung erfolgte mit dem Rowe-Score, dem Constant-Score und einer visuellen Analogskala.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Postoperativ trat in Gruppe 1 eine Reluxation ( 1/15 – 7%) und in Gruppe 2 zwei Reluxationen auf (2/18 – 11%). Der Rowe-Score verbesserte sich in Gruppe 1 von 53 Punkten auf 92 Punkte und in Gruppe 2 von 50 auf 89 Punkte (p jeweils

Die Rekonstruktion von kleinen und mittelgroßen knöchernen Bankartfragmenten zeigte in beiden Gruppen gute postoperative Ergebnisse. Bei der arthroskopischen Fadenankerrekonstruktion von kleinen knöchernen Fragmenten scheint eine Wiederherstellung der kapsulolabralen Spannung unter Inkorporation des knöchernen Fragmentes ausreichend zu sein, während beim Vorliegen von mittelgroßen Bankartfragmenten eine möglichst anatomische Refixation anzustreben ist um die Reluxationsrate niedrig zu halten.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI21-824

doi: 10.3205/14dkou099, urn:nbn:de:0183-14dkou0997

Published: October 13, 2014
© 2014 Bartl et al.
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Hyperlaxität der Schulter und generalisierte Hyperlaxität bei jungen Erwachsenen

Hyperlaxität der Schulter und generalisierte Hyperlaxität bei jungen Erwachsenen

Kircher J, Bruckmann C, Patzer T, Ziskoven C, Hedtmann A, Krauspe R

 

Fragestellung: Die individuelle Laxheit der Gelenke unterliegt einer hohen Variabilität mit unscharfem Übergang zur pathologischen Hyperlaxität. Im Bereich der Schulter wurde das Vorliegen einer Hyperlaxität in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von primären Luxationen, wiederkehrenden Luxationen nach Erstluxation und Rezidivinstabilitäten nach operativer Stabilisierung gebracht. Ziel der Studie ist die klinische Untersuchung der generalisierten Hyperlaxität (GH) und der Hyperlaxität der Schulter (HLS) in einer Gruppe junger Erwachsener. Hypothesen: (1) GHL und HLS sind distinkte Krankheitsbilder mit niedriger Korrelation, (2) HLS ist häufiger bei weiblichem Geschlecht, (3) HLS tritt gehäuft beidseits auf und (4) Alter und BMI sind relevane Ko-Faktoren.

Methodik: N=90 gesunde Probanden in einer prospektiven klinischen Studie. Einschlußkriterien: Alter 18-30, symptomfrei. Ausschlußkriterien: relevante Erkrankungen oder Operationen der Schulter, Bindegewebserkrankung oder andere relevante Systemkrankheit. Dokumentation und Auswertung von Anamnese, demografischen Daten, körperliche Untersuchung. GHL mittels Beighton score (GHL > 4). HLS mittels Coudane-Walch test, Gagey test, drawer test, sulcus sign, supination elbow extension test. Statitische Analyse mit SPSS 17.0.

Ergebnisse: Mittleres Alter in Jahren 23,9 (18-30) (n= 14 männlich, 24,6 (22-29); n=76 weiblich, 23,8 (18-30). Mittlere Größe in cm 173 (158-200) (männlich 186,4 (179-200, weiblich 169,6 (158-180); p<0.001); mittlere Gewicht in kg 64,9 (47-100) (männlich 83 (72-100); weiblich 61,2 (47-89) (p<0.0019); mittlerer BMI 21,8 (16-34) (männlich 23,8 (20-29), weiblich 21,3 (16-34) (p<0.001). Verteilung der Laxitätstests in Tabelle 1 [Tab. 1].

Weibliches Gechlecht war signifikant korreliert mit einem positiven drawer test (R=0,265, p=0.012) und positivem Gagey test (R=0,247, p=0.019). Das Vorliegen von GHL war signifikant aber nicht stark korreliert mit allen HLS-tests (Spearman correlation 0,334 bis 0,511).

Alle HLS-Testergebnisse waren seitengleich verteilt. Die HLS-Tests zeigten eine gute bis hohe Korrelation untereinander (R=0,667-0,832) ausser dem Coudane-Walch-test mit nur geringer Korrelation (R=0,243-0,403). Alter und Geschlecht waren keine relevanten Ko-Faktoren weder für GHL noch für HLS mit niedriger Korrelation (BMI und Alter nur signifikant für Coudane-Walch R=0,295, p=0,007; R=0,541, p=0,001).

Schlussfolgerungen: Hyperlaxität der Schulter liegt oftmals isoliert ohne generalisierte Hyperlaxität vor, ist gewöhnlich beidseits ausgeprägt und kann erfolgreich unter Verwendung einer Testbatterie festgestellt werden.

Weibliches Geschlecht und niedriger BMI sind keine Risikofaktoren für HLS oder GHL.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI21-130

doi: 10.3205/14dkou098, urn:nbn:de:0183-14dkou0983

Published: October 13, 2014
© 2014 Kircher et al.
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Die traumatische vordere Schulterluxation: Aktueller Stand der Therapie in Deutschland

Die traumatische vordere Schulterluxation: Aktueller Stand der Therapie in Deutschland

Banerjee M, Bouillon B, Balke M

 

Fragestellung: Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, den aktuellen Stand der Therapie der traumatischen vorderen Schulterluxation in Deutschland und die Entwicklungen der letzten 12 Jahre zu erfassen.

Methodik: Aus dem deutschen Krankenhausadressbuch wurden 796 orthopädische und/oder unfallchirurgische Abteilungen herausgesucht .Eine Email mit der Bitte zur Teilnahme an einer anonymisierten Online-Umfrage mit entsprechendem Link, sowie zwei Erinnerungen wurden an 746 Abteilungsleiter verschickt (in 71 Fällen unzustellbar, 675 Emails haben vermutlich die entsprechenden Adressaten erreicht). Abgefragt wurden insgesamt 21 Fragen zur Behandlung der traumatischen vorderen Schulterluxation. Die Ergebnisse wurden mit den Daten einer ähnlichen Umfrage aus unserem Hause aus dem Jahr 2000 verglichen. 191 Kolleginnen/Kollegen haben an der Umfrage teilgenommen (Rücklaufquote 28%).

Ergebnisse: Die am häufigsten durchgeführten Repositionstechniken sind die Techniken nach Hippokrates (32%) und nach Arlt (25%), während 9% die Scapulamanipulation in Bauchlage bevorzugen. 92% der Kollegen benötigen zur weiteren Therapieplanung ein MRT bzw. Arthro-MRT. 15% führen nach Erstluxation immer eine Ruhigstellung in Außenrotation durch, weitere 15% nur, wenn der Patient eine OP ablehnt und 45% führen diese nie durch. 86% würden eine traumatische Erstluxation beim Sportler

Während heute der Anteil offener Operationen bei der 1., 2. bzw. ab der 3. Rezidivluxation bei 3%, 16% bzw. 46% liegt, wurde 2001 für verschiedene beispielhafte Konstellationen durchweg ein Anteil offener Operationen von 70-80% angegeben.

Liegt ein knöcherner Pfannenranddefekt beim Patienten mit Rezidivluxation(en) vor, so würden heutzutage der arthroskopische (7%) oder offene (33%) Coracoidtransfer, die arthroskopische (5%) oder offene (16%) Beckenkammspanplastik sowie der J-Span (19%) angewendet werden. Vor 12 Jahren war die Frage nach knöchernen Defekten nicht gestellt worden, unabhängig hiervon hatten 22% angegeben, bei der Rezidivluxation Die OP nach Eden-Hybinette durchzuführen.

Beim isolierten unkomplizierten arthroskopischen Bankart-repair verwenden 41% der Operateure 2, 55% 3 Fadenanker.

Schlussfolgerung: Insgesamt zeigt sich ein Trend zum arthroskopischen Vorgehen, für die Erstluxation als Bankart-repair, während andere teilweise früher noch durchgeführte Verfahren scheinbar keine Rolle mehr spielen. Weder die Scapulamanipulation in Bauchlage noch die Ruhigstellung in Außenrotation finden flächendeckende Anwendung.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI21-653

doi: 10.3205/14dkou097, urn:nbn:de:0183-14dkou0972

Published: October 13, 2014
© 2014 Banerjee et al.
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Funktionelles Outcome nach transossärer lateraler Meniskusrefixation und gleichzeitigem VKB Ersatz im Vergleich zu einer nicht refixierten Vergleichsruppe

Funktionelles Outcome nach transossärer lateraler Meniskusrefixation und gleichzeitigem VKB Ersatz im Vergleich zu einer nicht refixierten Vergleichsruppe

Driessen A, Fink M, Balke M, Brockamp T, Wichmann M, Bouillon B, Höher J

 

Fragestellung: Avulsionsverletzungen der tibialen Insertion des medialen und lateralen Meniskus (Meniskuswurzelausriss) sind vergleichsweise selten und können sowohl im Rahmen der Diagnostik als auch einer Arthroskopie übersehen werden.

Die arthroskopische Beurteilung einer Avulsionsverletzung der posterolateralen Meniskuswurzel wird in der Literatur als schwierig beschrieben.

Insbesondere zur Vermeidung einer erhöhten Druckbelastung im lateralen Kniegelekskompartiment kann eine Refixierung der hinteren Meniskuswurzel essentiell sein.

Methodik: Vierzehn Patienten mit operativem Ersatz des vorderen Kreuzbandes (VKB Ersatz) und Refixation einer posterolateralen Avulsionsverletzung des Meniskus wurden klinisch nachuntersucht und durch Erhebung des IKDC Score evaluiert.

Bei 14 weiteren Patienten mit gleichem Verletzungsmuster wurde bei arthroskopisch gesichertem Meniskuswurzelausriss lediglich der VKB Ersatz durchgeführt und klinisch nachuntersucht.

Weitere ligamentäre oder meniskale Verletzungen konnten bei allen Patienten ausgeschlossen werden; wohl bestanden jedoch bei 8 Patienten kleinflächige Knorpelschäden (I°–II° Outerbridge).

Das vordere Kreuzband wurde in autologer Hamstringtechnik mit femoralen und tibialer Hybridfixation ersetzt.

Die Meniskusavulsion wurde mittels transossär und transmeniskal rückgeführter Naht (fibre wire) refixiert.

Ein im Rahmen der Hinteren Kreuzbandplastik zur Bohrkanalanlage verwendetes Zielgerät wurde zur K -Draht Anlage im anatomischen Insertionsareal benutzt, um einen separaten tibialen Tunnel zu bohren.

Die Naht wurde mittels Fliptack auf der ventralen Tibiakortikalis unter arthroskopischer Kontrolle der Nahtspannung fixiert.

Alle Patienten konnten bisher 6 Monate nach OP nachuntersucht werden.

Der Mittelwert 6 Monate postoperativ des subjektiven IKDC beträgt 81,47 % (49,4% – 98,9%), (±16,89), die Werte des objektiven IKDC 8 x A (57,1%) & 6 x B (42,9%) für die refixierte Gruppe.

Der Mittelwert der 6 Monate postoperativ des subjektiven IKDC beträgt 80,17% (50,8%-96,6%) (±14,86) für den objektiven IKDC 6 x A (42,9%), 6 x B (42,9%) & 2x C (14,3%) für die nicht refixierte Gruppe.

Bezüglich der Stabilität zeigten alle Patienten 6 Monate postoperativ im Rolimeter Test weniger als 3mm anteriore Translation sowie einen negativen Pivot Shift Test.

Sämtliche Mensikustest zeigten sich in der klinischen Untersuchung 6 Monate postoperativ für medialen und lateralen Meniskus negativ, weiterhin gab kein Patient ein Instabilitätsgefühl an.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Sechs Monate nach VKB Ersatz und partiellem Aussenmeniskushinterhornwurzelausriss zeigt sich kein signifikanter Unterschied in funktionellem Outcome zwischen Patienten, bei denen eine transossäre Refixation der Aussemeniskushinterhornwurzel erfolgte und Patienten bei denen dieser Defekt belassen wurde.

Die Ergebnisse erlauben den Schluss, dass die transossäre Refixation von Aussenmeniskushinterhornwurzelausrissen das funktionelle Outcome der Patienten im Kurzzeitverlauf nicht verbessert.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI20-528

doi: 10.3205/14dkou096, urn:nbn:de:0183-14dkou0962

Published: October 13, 2014
© 2014 Driessen et al.
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Vergleich von all-inside Meniskus Repair Devices mit ihren matched inside-out Nahttechniken am Schweinemodell

Vergleich von all-inside Meniskus Repair Devices mit ihren matched inside-out Nahttechniken am Schweinemodell: erstmalige biomechanische Evaluation mit 10.000 und 100.000 Belastungszyklen

Müller S, Schwenk T, Buckland DM, de Wild M, Valderrabano V, Rosso C

 

Fragestellung: Nach wie vor stellt die inside-out Nahttechnik den Goldstandard zur Behandlung von akuten Meniskusläsionen dar, wenngleich sich die neueren all-inside Techniken aufgrund der geringeren Komplikationsrate und nicht zuletzt aufgrund der einfacheren Handhabung immer grösserer Beliebtheit erfreuen. Bis heute wurden biomechanische Belastungstests lediglich bis zu einer maximalen zyklischen Belastung von 1000 Zyklen durchgeführt, was gleichbedeutend mit nur einem Tag durchschnittlicher Gehbelastung ist. In der vorliegenden Studie wurden erstmals Tests bis zu 100.000 Zyklen durchgeführt, was einer durchschnittlichen Beanspruchung einer 6-8 wöchentlichen Rehabilitationsphase entspricht. Wir stellten die Hypothese auf, dass all-inside Reparationstechniken ihren inside-out-Kontrollen hinsichtlich des Verhaltens auf zyklische Belastung (Spaltbildung) sowie der Belastbarkeit bis zum Konstruktversagen überlegen sein würden.

Methodik: Insgesamt 72 Korbhenkelrisse wurden bei Schweinemenisci mittels den all-inside Instrumentarien Omnispan und Fast-Fix 360 sowie den korrespondierenden inside-out Nähten, Orthocord 2-0 und Ultrabraid 2-0, repariert. Neben der initialen Abstandsmessung wurde der Abstand unter zyklischer Belastung nach 100, 500, 1000, 2000, 5000, 10000 und 100000 Zyklen sowie die finale Belastbarkeit (in Newton) bis zum Versagen der Reparatur getestet. Weiterhin wurde die Art des Versagens sowie die Steifigkeit des Konstruktes erfasst.

Ergebnisse: Es konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich des initialen Abstandes sowie der Abweichung nach zyklischer Belastung festgestellt werden.

Die Reparatur mit dem Omnispan zeigte im Vergleich eine signifikant höhere Belastbarkeit bis zum Versagen des Konstruktes (151.3 ±21.5 N, Orthocord 2-0, 105,5 ±20,4 N; Ultrabraid 2-0, 93,4 ±22,5 N; Fast-Fix 360, 76,6 ±14,2 N; p < 0.0001 für alle Vergleiche). Ferner war der Orthocord 2-0 signifikant stärker als der Fast-Fix 360 (p=0,003). Der Omnispan (30,8 ±3,5 N/mm) zeigte eine signifikant höhere Konstruktsteifigkeit im Vergleich zum Ultrabraid 2-0 (22,9 ±6,9 N/mm, p < 0,0001) und Fast-Fix 360 (23,7 ±3,9 N/mm, p =0,001). Nahtversagen war die häufigste Form des Konstruktversagens.

Schlussfolgerung: Auch nach 100 000 Zyklen Belastung (entsprechend ca. 8 Wochen Rehabilitation) erzielten all-inside Reparaturtechniken vergleichbare biomechanische Resultate im Vergleich mit den korrespondierenden inside-out Nahttechniken. Diese Resultate in Kombination mit den Vorteilen der geringeren Kompliktionsrate sowie der einfacheren chirurgischen Handhabung können weitere Argumente für den erweiterten Einsatz von all-inside Reparationstechniken im klinischen Alltag liefern.
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI20-615

doi: 10.3205/14dkou095, urn:nbn:de:0183-14dkou0959

Published: October 13, 2014
© 2014 Müller et al.
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