Validierung von Kriterien zur Beurteilung des Repositionsergebnisses bei Syndesmosenverletzungen mittels intraoperativer 3D-Bildgebung

Validierung von Kriterien zur Beurteilung des Repositionsergebnisses bei Syndesmosenverletzungen mittels intraoperativer 3D-Bildgebung

Franke J, Schied J, von Recum J, Wendl K, Grützner PA, Vetter S

Fragestellung: Nach Reposition der Fibula in die Incisura tibiofibularis und nachfolgender Stabilisierung mit Stellschraube muss in ca. 25% der Fälle mit einem unzureichenden Repositionsergebnis gerechnet werden. Die konventionelle Durchleuchtung liefert keine zuverlässige Aussage über das Repositionsergebnis. Dies gelingt jedoch durch den Einsatz der intraoperativen 3D-Bildgebung. Ziel dieser monozentrischen retrospektiven Kohortenstudie war es, selbst definierte Kriterien zur Beurteilung des Repositionsergebnisses zu überprüfen. Die Studienhypothese war, dass Patienten bei denen diese Kriterien nicht erfüllt wurden, ein schlechteres klinisches und radiologisches Ergebnis aufweisen.

Methodik: Eingeschlossen wurden Patienten bei denen von Januar 2002 bis Oktober 2010 eine Syndesmosenverletzung mit Stellschraube unter Anwendung intraoperativer 3D-Bildgebung versorgt wurde. Die Zeit zwischen OP und Nachuntersuchung mußte mindestens 2 Jahre betragen. Ausgeschlossen wurde solche bei denen Begleitverletzungen, Vorerkrankungen oder der Verlauf das Ergebnis beeinflussen hätten können oder keine anatomische Frakturreposition vorlag. Es wurden zwei Gruppen gebildet. Bei Gruppe 1 wurde eine korrekte Reposition gemäß folgender Kriterien der jeweiligen multiplanaren Rekonstruktionen des 3D-Scans erzielt, bei Gruppe 2 nicht. Axial: Abschluss des Vorderrandes der Fibula in einer harmonischen elliptischen Linie mit dem Pilon tibiale, korrekte Einstellung der Fibula in der Incisur in Bezug auf Topographie und Weite der Syndesmose unter Beachtung der bekannten Schwierigkeiten durch interindividuelle Unterschiede, gleiche Weite der Gelenkspalten zwischen Talus und den Malleolen, korrekte Rotation des Außenknöchels ausgedrückt durch kongruente Stellung der Malleolen in Bezug auf den Talus. Coronar: Gleiche Weite der Gelenkspalten zwischen Talus und Malleolen, korrekte Länge der Fibula. Sagittal, coronar und axial: Korrekte Implantatlage.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Von 219 wurden 127 Patienten eingeschlossen, hiervon konnten 73 (57,5%) nach durchschnittlich 59 Monaten (min-max 24-248) nachuntersucht werden. Die bivariate Analyse zeigte, das Gruppe 1 (9 Frauen, 32 Männer, Durchschnittsalter 40,3, 4 isolierte Syndesmosenrupturen, 8 Weber B, 29 Weber C) im Vergleich zu Gruppe 2 (16 Frauen, 16 Männer, Durchschnittsalter 48,4, 1 isolierte Syndesmosenruptur, 3 Weber B, 28 Weber C) sowohl im Olerud und Molander Score (92,4 zu 65,5 Punkte, p=0.000) als auch dem Arthrosegrad nach Kellgren und Lawrence (p=0,029) signifikant bessere Ergebnisse aufwies. Auch die multivariate Analyse des Olerud und Molander Scores zeigt ein signifikant besseres Ergebnis für Gruppe 1 (Lineare Regressionsanalyse: Regressionskoeffizient B Differenz 22,3 Punkte, p=0,000). Werden die beschriebenen Kriterien des intraoperativen 3D-Scans nach Reposition der Fibula in die Incisura tibiofibularis erreicht, kann mit einem besseren klinischen und radiologischen Ergebnis gerechnet werden.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI16-942

doi: 10.3205/14dkou054, urn:nbn:de:0183-14dkou0540

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Franke et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.

1 Jahresergebnisse nach Implantation eines neuen knotenlosen TightRope® Systems im prospektiv randomisierten Vergleich zur Stellschraube bei akuter Syndesmosenverletzung

1 Jahresergebnisse nach Implantation eines neuen knotenlosen TightRope® Systems im prospektiv randomisierten Vergleich zur Stellschraube bei akuter Syndesmosenverletzung

Colcuc C, Blank M, Raimann F, Fischer S, Schleicher P, Hoffmann R

Fragestellung: Die Bedeutung der Stabilität des distalen Syndesmosenkomplexes für die Druckverteilung im OSG und die möglichen Folgen bei Instabilität mit vorzeitigem Gelenkverschleiß sind aus den Cadaver- und Biomechanik Studien bekannt. Operative Stabilisierungsmöglichkeiten bei akuter Insuffizienz bieten die Titanstellschraube (TSS) und das TightRope® System (TRS) welches keiner Entfernung bedarf. Fadengranulome, durch den Fiberwire-Knoten des TRS verursacht, werden regelmäßig in der Literatur beschrieben und konnten bisher zu einer außerplanmäßigen Entfernung des TRS führen. Abhilfe soll das neue knotenlose TightRope®System (kTRS) schaffen, welches im Vergleich mit der Stellschraube in dieser prospektiv randomisierten Studie klinisch untersucht werden soll.

Methodik: Im Zeitraum 2011 bis 2013 wurden prospektiv randomisiert (EbM Level I) n=27 Patienten mit akuter Syndesmosenverletzung erfasst (isoliert=8; Weber B=7; Weber C=5 ; Maisonneuve=7).Mittels kTRS wurden (n=12; 18-49 Jahre, Ø 30,7; w:m=5:7) und mittels TSS (n=15; 19-49 Jahre, Ø 37; w:m=4:11) versorgt. Intraoperativ erfolgte bei allen Patienten eine Repositions- und Stellungskontrolle mit dem ARCADIS®Orbic 3D Fa. Siemens im Seitenvergleich. Klinische und radiologische Kontrollen erfolgten präopertiv (T1), 8 Wo post OP (T2) 6 Monate post Op (T3) und 12 Monate post OP (T4). Die prospektive Datenerhebung erfolgte mittels AOFAS-Score (American Orthopaedic Foot and Ankle Society), Weber-Score, FAAM-ADL-Score (Foot and Ankle Ability Measure). Die Auswertung wurde mit SPSS 21.0 durchgeführt unter Verwendung des Mann-Whitney- Tests.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: In den verwendeten Scores (AOFAS, Weber, FAAM-ADL) konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen (Signifikanzniveau p>0,05) im Verlauf nachgewiesen werden. Zum Zeitpunkt T4 erreichte die kTRS-Gruppe im AOFAS-Score Werte von 91/7,0 (Mittelwert/Standardabweichung), im Weber-Score 1,4/1,6 und im FAAM-ADL 93,6/7,4. Für die TTS-Gruppe wurden Werte für den AOFAS-Score von 90,7/8,0 für den Weber-Score 2,47/2,8 und für den FAAM-ADL 95,0/7,8 errechnet. In der kTRS-Gruppe erfolgte eine Rückkehr zum Sport nach im Mittel 14,25 (6-30) Wochen. Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz erfolgte nach im Mittel 9,8 (2-24) Wochen. Die TSS-Gruppe benötigte für die Rückkehr zum Sport im Mittel 18,6 (7-34) Wochen und eine Wideraufnahme der Arbeit erfolgte nach im Mittel 10,4 (1-22) Wochen.Komplikation in der kTRS-Gruppe war ein störendes Implantat. In der TSS-Gruppe ein Schraubenbruch, eine intraoperative Schraubenfehllage und ein oberflächlicher Weichteilinfekt. Neben einer nahezu zeitgleichen Rückkehr zur Arbeit konnten wir eine signifikant frühere Rückkehr zum Sport (p=0,04) in der kTRS-Gruppe nachweisen. Dies deckt sich mit den Ergebnissen der aktuellen Literatur. In Kombination mit einer niedrigeren Komplikationsrate im kTRS-Kollektiv sehen wir das neue knotenlose TightRope® System insbesondere für sportlich ambitionierte Patienten als probate Alternative zur Stellschraubenimplantation.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI16-925

doi: 10.3205/14dkou053, urn:nbn:de:0183-14dkou0532

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Colcuc et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.