Pedobarographische und klinische Ergebnisse nach MBA-Schraubenversorgung beim flexiblen kindlichen Knick-Senkfuß

Pedobarographische und klinische Ergebnisse nach MBA-Schraubenversorgung beim flexiblen kindlichen Knick-Senkfuß

Sander K, Layher F, Seidlitz K, Sachse A

 

Fragestellung: Die subtalare Arthrorise mittels Maxwell-Brancheau-Arthrorise-(MBA)-Schraube wird vor allem bei Kindern zur Korrektur des kindlichen Knick-Senkfußes im Alter zwischen 8 und 13 Jahren eingesetzt. Ziel der Studie war es, das funktionelle (Fußdruckmessung) und klinische (Ankle Hindfoot Scale) Outcome dieses im Vergleich zu anderen Operationsverfahren am Sprunggelenk relativ kleinen Eingriffes zu bewerten.

Methodik: 59 Fälle (40 Patienten, 24 J, 16 M; 19 mal beidseitig, 31 links, 28 rechts) mit Knick-Senkfuß wurden prospektiv analysiert. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der OP lag bei 11,5 (±1,9) Jahren. Die Nachuntersuchungszeit betrug im Mittel 1, 6 (±1,4) Jahre. Die pedobarographischen Daten wurden denen einer gesunden Vergleichsgruppe (VG) von 20 Kindern (10 J, 10 M) mit einem Durchschnittsalter von 11,9 (±3,1) Jahren gegenübergestellt.

Die Pedobarographiemessungen erfolgten mit einer emed-c50 Messplattform (Fa. novel). Als Messparameter wurden der Gewölbeindex, der Spitzendruck, das Kraftmaximum (%KG), die Kontaktzeit und die Kontaktfläche für den Gesamtfuß (GF), die Ferse und den Mittelfuß (MF) betrachtet.

Mit dem Ankle Hindfoot Scale n. Kitaoka wurde die klinische Situation erfasst.

Die statistische Analyse wurde mittels IBM SPSS (V. 19) durchgeführt. Für unabhängige Messgrößen wurde der Mann-Whitney-U-Test und für verbundene der Wilcoxon-Test verwendet (Signifikanzniveau p<0,05).

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die Reduzierung des Wertes für den Gewölbeindex (0,27/0,25; Senkfuß: >0,25; VG: 0,20), die Verringerung des Kraftmaximums für GF (106,9/103,4 %KG; VG: 108,9 %KG) und für die Ferse (66,5/65,7 %KG; VG: 74,4 %KG) sowie die Erhöhung für MF (26,7/27,3 %KG; VG: 15,7 %KG) waren jeweils nichtsignifikant. Der Spitzendruck verringerte sich unwesentlich für GF und die Ferse, vergrößerte sich für MF jedoch hochsignifikant (93/135 KPa, p<0,001; VG: 91 KPa).

Die Kontaktfläche erhöhte sich für die Ferse (27,8/30,0 cm2, p<0,001; VG: 26,2 cm2) und verringerte sich jedoch nichtsignifikant für MF (29,2/26,5 cm2; VG: 17,1 cm2).

Der Ankle Hindfoot Scale als klinisches Kriterium verbesserte sich signifikant von 83,3 (±11,7) auf 89,0 (±9,5) Punkte (p=0,008). Die Unterkategorie Schmerz verbesserte sich leicht, Stabilität (p=0,014) und Konfiguration/Alignment (p<0,001) jedoch signifikant. Das Bewegungsausmaß (Flex/Ext, Eversion/Inversion) veränderte sich nur unwesentlich. Lediglich in 3 Fällen (5%) traten Komplikationen auf, die eine weitere OP erforderlich machten.

Trotz guter klinischer Ergebnisse konnte das Hauptziel der OP (Anhebung des Längsgewölbes, Verringerung der Kontaktfläche im MF-Bereich) nicht signifikant belegt werden. Auch wenn die Korrekturmöglichkeiten dieses OP-Verfahrens nicht ausreichen, um die Werte der Gesunden zu erreichen, so wird einer ohne OP zu erwartenden Progression des Knick-Senkfußes erfolgreich entgegengewirkt.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI45-289

doi: 10.3205/14dkou305urn:nbn:de:0183-14dkou3051

Published: October 13, 2014
© 2014 Sander et al.
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