by G. H. | Nov 29, 2016 | Fuß, Hand, Hüfte + Endoprothetik, News
Low grade Infektionen bei verzögerter Frakturheilung – dem Mythos auf der Spur
Otchwemah R, Fabian T, Maegele M, Mattner F, Probst C, Bouillon B, Tjardes T
Fragestellung: Bakterielle Besiedlung und Infektionen eines Frakturbereichs können die Knochenbruchheilung beeinträchtigen. Das Risiko einer Erregerkontamination ist bei offenen und wiederholt voroperierten Frakturen deutlich erhöht. Eine spezifische Therapie ist oft nicht zeitgerecht möglich, da klinische und laborchemische Zeichen einer Infektion nicht selten fehlen. In der vorliegenden Arbeit werden die Ergebnisse der kulturellen mikrobiologischen Untersuchung von Gewebeproben, gewonnen aus nicht verheilten Risikofrakturen, analysiert.
Methodik: Im Sinne der retrospektiven Kohortenstudie wurden alle Patienten mit einer verzögert heilenden Femur- oder Tibiarisikofraktur bzw. Pseudarthrose und radiologisch stabiler Osteosynthese im Zeitraum 03/12-06/13 erfasst. Bei allen Patienten erfolgte am Aufnahmetag eine infektspezifische Anamnese, und eine klinische Befunderhebung. Intraoperativ wurden jeweils 2-7 Gewebeproben zur Aufarbeitung entnommen. Die Proben wurden für einen Zeitraum von 2 Wochen bebrütet. Eine perioperative Antibiotikaprophylaxe erfolgte nicht.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: 18 Patienten (11 Tibia- (61%) und 7 Femurfrakturen (39%)) im Alter von 44 (+/- 23,9) Jahren konnten eingeschlossen werden. Bei 11/18 (61%) lagen ehemals offene Frakturen vor. 7/18 Patienten (39%) hatten sich im Anschluss an die Primäroperation 1-3 Revisionsoperation unterzogen. Keiner der Patienten wies, abgesehen von den nicht zeitgerecht heilenden Frakturen, klinische Zeichen einer Infektion auf. Der mittlere Zeitraum zwischen Primäroperation und Biopsieentnahme betrug 8,5 (+/- 1,7) Monate. 2/18 Patienten (11%) zeigten präoperativ erhöhte CRP- (22-25 mg/l) und Leukozytenwerte (10-11/ nl). 3/18 (17%) zeigten nur ein erhöhtes CRP (8- 12 mg/l)) und 1/18 (6%) wies ausschließlich eine erhöhte Leukozytenzahl (12/ nl) auf. Im Mittel erfolgten 5,5 (+/- 0,7) Probeentnahmen. Bei 8/18 Patienten (44%) konnten Bakterien nachgewiesen werden: 5 mal zeigten sich Coagulase negative Staphylokokken und 3 mal Propionibacterium acnes. Bei 3 der 6 Patienten mit laborchemischen Auffälligkeiten gelang ein Erregernachweis. Sechsmal wurden Erreger in einer und zweimal in zwei Biopsien nachgewiesen.
Die vorgestellte Untersuchung legt nahe, dass bei einem relevanten Anteil verzögert heilender Risikofrakturen eine bakterielle Besiedelung des Bruchspaltbereichs vorliegt.
Es kamen typische Bakterien der Hautflora zum Nachweis, die gleichzeitig regelmäßig für low-grade Infekte verantwortlich gemacht werden. Angesichts der Tragweite eines Keimnachweises für die weiteren therapeutischen Entscheidungen einer Frakturheilungsstörung müssen deshalb zusätzliche diagnostische Tools, wie die adäquate histopathologische Probenanalyse, zur Differenzierung von Kontamination und Kolonisation gefordert werden.
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI29-1512
doi: 10.3205/14dkou165, urn:nbn:de:0183-14dkou1658
Published: October 13, 2014
© 2014 Otchwemah et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.
by G. H. | Nov 20, 2016 | News, Sportorthopädie
Biomechanische Untersuchung des Knorpels des oberen Sprunggelenks mittels quantitativen T2-Mappings nach Distorsionstrauma und folgender Instabilität
Golditz T, Steib S, Pfeifer K, Janka R, Mauerer A, Gelse K, Hennig F, Welsch G
Fragestellung: Funktionelle Instabilität und damit verbundenen rezidivierde Mikrotraumen können zu einer Schädigung des Knorpels führen. Gerade Sportler stehen unter besonderem Risiko. Ziel dieser Studie war es mittels eines biomechanischen T2-Mapping Algorithmus die Auswirkungen auf den Knorpel des OSG zu zeigen.
Methodik: 38 Sportler (Alter 24,3±3,5) wurden in drei Gruppen eingeteilt:
FAI (functional ankle Insatbility): nach schwerem Distorsionstrauma (letzten 5 Jahre), verbleibende Instabilität
Coper: nach schwerem Distorsionstrauma (letzten 5 Jahre), keine verbleibende Instabilität
Control: ohne vorausgegangene Verletzung des OSG
Die Gruppen wiesen keine signifikanten Unterschiede in Alter (p=0,178) und BMI (p=0,877) auf. Das OSG der Probanden wurde mittels 3T-MRT untersucht, wobei die T2-Mapping Analyse des talo-tibialen Knorpels in 2 Schichten (superfiziell, tief) und 4 Schnittebenen (medial, medio-, latero-zentral, lateral) erfolgte.
Die Analyse wurde direkt nach Belastung (vor dem MRT) und nach 30minütiger Entlastung (im MRT) durchgeführt. Die einzelnen Gruppen, sowie Be- und Entlastung wurden verglichen. Statistische Unterschiede wurden mittels ANOVA erhoben.
Abbildung 1 [Abb. 1]
Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die T2-Relaxationszeiten zeigten zwischen den Gruppe in 11 der 12 untersuchten Felder signifikante (p<0,05) bis hoch signifikante (p<0,01) Unterschiede.
Im Vergleich mit der Kontrollgruppe zeigte die FAI-Gruppe nach der Belastung im dorso-medialen Bereich signifikante T2-Zeiten Erhöhung (p<0,05). In der Coper-Gruppe zeigten sich diese Unterschiede im zentralen Bereich der latero- und medio-zentralen Schnittebene (p<0,05). Nach der Entlastung wies lediglich der mediale talare Knorpel in der FAI-Gruppe signifikante Erhöhungen auf (p<0,05).
Vergleicht man die Ergebnisse von Be- und Entlastung zeigt sich folgendes Bild: Wiesen in der Coper-Gruppe nach der Entlastung vor allem die zentralen Regionen sign. Erhöhungen auf (Belastung=25,9±8,2ms; Entlastung=30,6±8,1ms; p=0,043), zeigte die FAI-Gruppe sign. Anstiege medio-dorsal (Bel=43,8±9,8ms; Entl=51,9±8,6ms; p=0,002). Umgekehrt verminderte sich die T2-Zeit lateral (Bel= 45,8±7,1ms; Entl=38,8±8,0ms; p=0,005).
Hierdurch lässt sich schließen dass es in der FAI-Gruppe während der Belastung zu einem intrakartiläginären Hydratationsshift von medio-dorsal nach latero-ventral kommt, der sich während der Entlastung wieder umkehrt. In der Coper-Gruppe kommt es zu einer Umverteilung von central nach medial/lateral durch die Belastung.
Die auch nach der Entlastung signifikant erhöhten T2-Werte in der FAI-Gruppe am Talus können als beginnender struktureller Schaden gedeutet werden.
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI24-990
doi: 10.3205/14dkou131, urn:nbn:de:0183-14dkou1313
Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Golditz et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.
by G. H. | Nov 20, 2016 | News, Sportorthopädie
Arthroskopische Versorgung von knöchernen Ausrissen des hinteren Kreuzbandes in transtibialer Tight-Rope Technik
Gwinner C, Kopf S, Haas N, Jung T
Fragestellung: Der knöcherne Ausriss des hinteren Kreuzbandes (HKB) stellt eine seltene Verletzungsentität dar. Eine zeitnahe Versorgung dislozierter Ausrisse wird als notwendig erachtet, auch wenn bisher weder ein allgemeingültiger Therapiealgorithmus noch ein standardisiertes Operationsverfahren gefunden wurde. Aufbauend auf den Ergebnissen aus der Schulter- und VKB-Chirurgie wenden wir eine arthroskopische Operationsmethode an, welche die anatomische Insertion reproduzierbar wiederherstellt, intraartikuläre Begleitverletzungen adressiert und eine Zweitoperation zur Implantatentfernung vermeidet.
Ziel dieser Studie ist es diese neue Operationsmethode und erste Ergebnisse vorzustellen.
Methodik: Bisher konnten drei Patienten (2m, 1w; ø38±18a) eingeschlossen werden. Die Patienten wurden anhand eines verkürzten HKB Schemas nachbehandelt und nach 4 Wochen, 3, 6 und 12 Monaten klinisch und radiologisch nachuntersucht.
Klinisch wurden das aktive und passive Bewegungsausmaß, die hintere Schublade sowie der Step-off Test untersucht. Radiologisch wurden nach 3, 6 und 12 Monaten gehaltene Röntgenstressaufnahmen (Telos-Halteappererat) durchgeführt um die Seit-zu-Seit Differenz (SSD) der posterioren tibialen Translation zu quantifizieren. Außerdem wurde nach 6 und 12 Monaten eine Computertomografie (CT) des betroffenen Kniegelenks durchgeführt um die Frakturkonsolidierung und Reposition zu bewerten.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die Patienten wurden nach ø7 Monaten (Spanne: 3 bis 12) nachuntersucht. Nach 3 Monaten konnte eine seitengleiche Extension bei endgradig eingeschränkter Flexion (10° SSD) erreicht werden. Subjektive Instabilitätsgefühle wurden von den Patienten verneint.
Nach 6 Monaten zeigte sich in der CT-Diagnostik eine anatomische Konsolidierung. Die gehaltenen Stressaufnahmen (n=2) zeigten nach 3 Monaten eine vermehrte posteriore, tibiale Translation im Vergleich zur gesunden Gegenseite von ø2,5 mm (1 und 4 mm).
Abbildung 1 [Abb. 1]
Die arthroskopische Versorgung von knöchernen Ausrissen des HKB in transtibialer Tight-Rope Technik zeigte positive Frühergebnisse in diesem bisher kleinen Patientenkollektiv. Es handelt es sich um eine leicht erlernende Operationsmethode – unter Vermeidung eines komplikationsbehafteten dorsalen Zuganges und einer Zweitoperation zur Implantatentfernung. In der radiologischen Diagnostik zeigte sich eine anatomische Konsolidierung der tibialen HKB Insertion, die mit einer annährenden Wiederherstellung des Bewegungsausmaßes und der anteroposterioren Translation einhergeht.
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI24-1521
doi: 10.3205/14dkou130, urn:nbn:de:0183-14dkou1305
Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Gwinner et al.
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by G. H. | Nov 20, 2016 | News, Sportorthopädie
Vordere Kreuzband-(VKB)- und Innenband-(MCL)-Kombinationsverletzung des Kniegelenks: Erste klinische Ergebnisse nach neuartiger minimal-invasiver akuter MCL-Stabilisierung und VKB-Ersatz
Ateschrang A, Schröter S, Loewe W, Stöckle U
Fragestellung: Vordere Kreuzband (VKB) Läsionen gehen häufig mit partiellen oder kompletten Rupturen des medialen Seitenbandes (MCL) einher (akute antero-mediale Instabilität). Bisher besteht kein Konsens, ob eine zeitnahe operative antero-mediale Stabilisierung (VKB-Ersatz mit MCL-Naht innerhalb von 2 Wochen) oder isolierte anteriore Stabilisierung (konservative Therapie des MCL mit isoliertem VKB-Ersatz) erfolgen sollte. Ziel dieser Studie war daher die Analyse unserer ersten Behandlungsergebnisse nach zeitnahem VKB-Ersatz mit einer innovativen minimal-invasiven MCL-Stabilisierung.
Methodik: In diese prospektive Studie wurden alle Patienten mit einer akuten Kombinationsverletzung des VKB und MCL eingeschlossen. Partielle und klinisch stabile MCL-Läsionen sowie Verletzungen der Gegenseite wurden ausgeschlossen. Insgesamt wurden zwischen Juni 2010 bis Juni 2012 12 Fälle (4 Frauen / 8 Männer) mit einer akute VKB und MCL Ruptur eingeschlossen. Es erfolgte eine neuartige minimal-invasive MCL-Stabilisierung (PDS-Kordel und 3,5 mm Schrauben) und der VKB-Ersatz mit dem Rigidfix System (Mitek/DepuySynthes) unter Verwendung einer single Semitendinosus Sehne. Die operative Versorgung erfolgte innerhalb von 14 Tagen nach dem Trauma. Die postoperative Behandlung erfolgte standardisiert identisch für alle Patienten. Erfasst wurden neben der Beweglichkeit die Inzidenz von Arthrofibrosen und Infekten. Die Stabilitätsprüfung für das VKB erfolgte mittels KT1000. Die MCL-Stabilitätsprüfung erfolgte klinisch und mit gehaltenen Röntgenaufnahmen. Diese Studie wurde von der Ethikkommission berufsrechtlich beraten.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: Das durchschnittliche Follow up betrug 17 Monate (Range 12 bis 24 Monate). Es kam zu keinen Infektionen. Klinisch zeigte sich für alle Probanden eine suffiziente sagittale und coronale Stabilität: Sagittal zeigte sich eine vermehrte Tibiakopftranslation von durchschnittlich 3,8 mm im Seitenvergleich (KT-1000). Für das MCL wurde eine klinisch stabile Situation mit hartem Anschlag ohne vermehrte Aufklappbarkeit festgestellt. Die radiologische MCL-Prüfung erbrachte im Vergleich zur Gegenseite hingegen durchschnittlich eine vermehrte Aufklappbarkeit von knapp 2 mm. Klinisch zeigte sich ein Beugedefizit von durchschnittlich 18° mit einem Streckdefizit von 3° (mindestens 1 Jahr postoperativ). Es kam zu keiner Arthrofibrose und keine Infekte. Der durchschnittliche Lysholm Score betrug 89,1 Punkte (SD ± 6,7). In 6 Fällen wurden Restbeschwerden im Bereich der femoralen Schraube angegeben, wobei davon in 4 Fällen die Entfernung notwendig wurde.
Die ersten klinischen Ergebnisse nach akutem VKB-Ersatz und neuartiger minimalinvasiven MCL-Stabilisierung sind ermutigend. Durch dieses Vorgehen können stabile Kniegelenksverhältnisse erzielt und insbesondere für das MCL schwer beherrschbare chronische mediale Instabilitäten vermieden/reduziert werden. Es kam zu keiner Arthrofibrose, wobei trotz dieser ersten Ergebnisse Folgestudien mit höheren Patientenzahlen und einem längeren Follow up notwendig sind.
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI24-1106
doi: 10.3205/14dkou129, urn:nbn:de:0183-14dkou1290
Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Ateschrang et al.
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by G. H. | Nov 9, 2016 | News, Sportorthopädie
Erste klinische Ergebnisse nach Refixation der distalen Bizepssehne mittels intramedullärer Bicepsbutton-Technik
Buchholz A, Braun K, Sandmann G, Kirchhoff C, Lenich A, Biberthaler P, Siebenlist S
Fragestellung: Die Refixation der distalen Bizepssehne mittels intramedullärem Bicepsbutton stellt eine neue Operationstechnik dar. Durch die intramedulläre Verankerung können insbesondere Läsionen des N. interosseus posterior (PIN) vermieden werden. Das Ziel der vorliegenden retrospektiven Studie war die Evaluation der klinischen und radiologischen Ergebnisse dieser neuen Technik.
Methodik: Im Zeitraum von 6/2010 und 5/2013 wurden insgesamt 21 distale Bizepssehnenrupturen mittels doppelter intramedullärer Bizepsbutton-Technik operativ rekonstruiert. Bisher konnten 13 Patienten (durchschnittliches Alter 47 Jahre; 39-57 Jahre) nach einem Mindest-Follow-up von 12 Monaten (durchschnittlich 29 Mon.) nachuntersucht werden. Die klinische Evaluation umfasste die Erhebung des Bewegungsumfangs sowie die isometrische Kraftmessung für die Ellenbogenflexion und -supination. Weiterhin wurde neben der subjektiven Patientenzufriedenheit und der Schmerzsituation nach der visuellen Analogskala (VAS), der Mayo Elbow Performance Score (MEPS), der Andrews-Carson-Score (ACS) und der Quick-DASH erhoben. Radiologisch erfolgten konventionelle Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen (a.p. und seitlich) zur Beurteilung heterotoper Ossifikationen (HO) sowie der Implantatlage.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: Alle bislang 13 nachuntersuchten Patienten zeigten postoperativ keine Bewegungseinschränkung des operierten Ellenbogens im Vergleich zur nicht operierten Seite. Auch die mittlere Flexions- bzw. Supinationskraft war mit 98,7% bzw. 99,6% nicht wesentlich vermindert. 8 von 13 Patienten bewerteten das postoperative Ergebnis mit „sehr gut“, 4 Patienten mit „gut“ und 1 Patient mit „befriedigend“. Der mittlere MEPS betrug 97 Punkte (Max. 100 Pkt.) und der mittlere ACS 194 Punkte (Max. 200 Pkt.). Im Quick-DASH Score erzielten die Patienten durchschnittlich 2,9 Punkte (0 Pkt. ist das beste Ergebnis). In den Röntgenaufnahmen zeigten sich bei 8 Patienten HO’s unterschiedlicher Ausprägung. Implantatdislokationen wurden keine beobachtet. Ebenso traten keine PIN-Läsionen auf. In 2 Fällen persistierten Hypästhesien des oberflächlichen Radialisastes.
Die neuartige intramedulläre Bicepsbutton-Technik zur Refixation der distalen Bizepssehne zeigt sehr gute klinische Ergebnisse und eine hohe Patientenzufriedenheit. Sie stellt eine sinnvolle Alternative zu den etablierten Rekonstruktionverfahren dar.
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI24-1437
doi: 10.3205/14dkou128, urn:nbn:de:0183-14dkou1288
Published: October 13, 2014
© 2014 Buchholz et al.
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by G. H. | Nov 9, 2016 | News, Sportorthopädie
Traumatische Ruptur der Trizepssehne – eine Serie von 8 Fällen
Neumann H, Kienast B, Schulz AP, Breer S, Jürgens C, Faschingbauer M
Fragestellung: Ca. 0,8-2% aller Sehnenverletzungen machen Verletzungen der Trizepssehne aus. Studien, die eine größere Anzahl Tricepssehenen-Verletzungen untersuchen sind ebenfalls selten. Häufig wird als Unfallmechanismus der Sturz auf die ausgestreckte Hand beschrieben. Direkter Anprall auf den Ellenbogen als Ursache einer Trizepssehnen Verletzungen sind nur in case-reports beschrieben. In der Regel reißt der knöcherne Tirzepssehnenanker aus dem Olecranon aus und disloziert nach proximal.
Die Behandlung ist immer operativ, da konservativ versorgte Rupturen zu schlechten Ergebnissen führen. Zur transossären Verankerung stehen nicht resorbierbare transossäre Nähte und Fadenanker zur Verfügung.
Methodik: 2011 und 2012 wurden in XXX 8 (5m, 3w) traumatische Tricepssehnenausriße operative behandelt. Bei allen Patienten konnte ein direkter Anprall auf den dorsalen Ellenbogen nachgewiesen werden. Wesentliche Begleiterkrankungen bestanden nicht. 6 Patienten wurden mit nicht resorbierbaren transossären Nähten versorgt. 2 Patienten mit wurden mit Fadenankern versorgt.
Alle Patienten konnten für die Nachuntersuchung erreicht werden. Das Nachuntersuchungsintervall betrug ~10 Monate. Ausschlüsse gab es keine. Die Patienten wurden klinisch nach dem Morey-Score und dem Radin & Risbeborough-Score beurteilt. Weiterhin wurde der DASH-Score ermittelt. Eine Röntgenaufnahme in 2 Ebenen des verletzten Ellenbogens wurde ebenfalls angefertigt.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: Eine Nahtanker Versorgung musste bei sekundärem Ausriss revidiert werden. Dieser wurde dann mit transossären Nähten und Schrauben Augmentation behandelt. Weitere Komplikationen wurden nicht beobachtet. Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung konnte bei allen behandelten Patienten ein sicheres Einheilen der Refixation dokumentiert werden. 7 Patienten hatten ein sehr gutes Ergebnis (~96,2 Punkte) im Morey-Score; 1 Patient ein gutes Ergebnis (93 Punkte). Im Radin & Risbeborough-Score hatten alle Patienten ein gutes Ergebnis. Im DASH Score konnte im Mittel ein Score von 11,2 Punkten ermittelt werden. Radiologisch ließen sich die refixierten Ausrisse ohne weitere Kalzifikationen nachweisen.
Diese Studie dokumentiert die Ergebnisse nach Versorgung isoliert traumatischer Trizepssehnenrisse. In allen Fällen konnte eine solide Verankerung erreicht werden. Wir konnten im Rahmen des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren einige auswärtig primär versorgte Trizepssehnen-Verletzungen nachuntersuchen. Diese gingen nicht in diese Studie ein. Hier zeigten sich bei Versorgung mit Nahtanker wiederholt sekundäre Ausrisse. Auch der Revisionsfall in unserem Studienkollektiv scheint zu bestätigen, dass die Verankerung mit Nahtankern im spongiösen Olecranon insbesondre unter Berücksichtigung der großen Zugkraft des M.triceps schwierig ist. Standardmäßig daher wird in unserem Haus die Versorgung mit nicht resorbierbaren transossären Nähten bevorzugt.
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI24-875
doi: 10.3205/14dkou127, urn:nbn:de:0183-14dkou1276
Published: October 13, 2014
© 2014 Neumann et al.
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