Klinische und radiologische Evaluierung degenerativer Veränderungen der Wirbelsäule

Klinische und radiologische Evaluierung degenerativer Veränderungen der Wirbelsäule mit dorsoventraler Spondylodese nach 2, 5 und 10 Jahren

Winkler T, Homagk L, Röhl K, Hofmann GO

Fragestellung: In Deutschland werden jährlich etwa 64 Wirbelsäulenverletzungen pro 100.000 Einwohner registriert. Während ein Großteil dieser Verletzungen konservativ behandelt werden kann, sind die operativen Möglichkeiten in den vergangenen Jahren weitaus vielfältiger geworden. In dieser retrospektiven Kohortenstudie werden die dorso-ventrale Operationsverfahren einer Cage- oder Knochenspaninterposition und einer ventralen Platte hinsichtlich der Anschlussdegenerationen nach 2, 5 und 10 verglichen.

Methodik: Die Grundgesamtheit bilden 231 Patienten, von denen 227 eine Fraktur im Bereich der Wirbelsäule erlitten hatten und von 2000 bis 2012 von ventral operiert wurden. Das durchschnittliche Alter zum OP-Zeitpunkt war 51,6 Jahren. Anhand vorhandener Röntgenbilder wurde der frakturierte Wirbel mit dem Körperwinkel nach Denis und mit dem Grund-Deckplatten-Winkel nach Daniaux charakterisiert. Neben der Beurteilung röntgenologischer Bildgebung wurden die Patienten klinisch untersucht und nach den SF-36- und Oswestry-Score-Fragebögen befragt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Bei 73% der Patienten waren die klinischen Messwerte außerhalb der Normwerte. Bei der Stabilisierung mittels Span zeigten 41% eine Veränderung des Körperwinkels nach zwei Jahren, nach fünf oder zehn Jahren ließ sich diese nicht nachweisen. Von den insgesamt 8 Cage-Patienten wiesen 25% nach zwei Jahren und 50% nach zehn Jahren eine Veränderung des Körperwinkels auf. Bei 51 Patienten mit Contact-Platte veränderte sich der Körperwinkel bei 47% nach zwei Jahren, nach fünf Jahren waren es bereits 63%. Im Beobachtungszeitraum von zehn Jahren gab es bei 65% der Probanden eine Veränderung des Körperwinkels. Eine Modifikation des Grundplatten-Deckplatten-Winkels zeigte sich bei 63% der Span-versorgten Patienten nach zwei Jahren, nach fünf Jahren bei 83% und nach zehn Jahren bei 88% der Patienten. Von den Cage-versorgten Patienten zeigten sich nach zwei Jahren bei 38%, nach fünf Jahren bei 63% und nach zehn Jahren bei 75% eine Veränderung des Grundplatten-Deckplatten-Winkels, bei den Contact- Platten Patienten bei 64%, bei 88% und 90% in den genannten Zeiträumen.

Bei nahezu identischem Patientenalter zwischen den Versorgungsvarianten ist davon auszugehen, dass eine dorso-ventrale Versorgung zu fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen führt. Diese sind bei Operationen mit Knochenspaninterposition und ventraler Plattenspondylodese am deutlichsten, was darauf schließen lässt, dass diese Versorgungsoptionen gegenüber einer Cageinterposition weniger dauerhafte ventrale Stabilität bieten.

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI40-340

doi: 10.3205/14dkou261 , urn:nbn:de:0183-14dkou2612

Published: October 13, 2014
© 2014 Winkler et al.
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Halswirbelsäulenverletzungen im Breitenreitsport

Halswirbelsäulenverletzungen im Breitenreitsport

Schröter C, Schulte-Sutum A, Zeckey C, Krettek C, Mommsen P

 

Fragestellung: Der Breitenreitsport in Deutschland erlebt eine immer größer werdende Beliebtheit. Aufgrund der großen Anzahl aktiver Reitsportler sowie dem Pferd als unberechenbaren Faktor dieser Sportart, wächst das Interesse an reitsportbedingten Verletzungen.

Die Halswirbelsäule gilt als vulnerable und fragile Körperregion für Verletzungen im Pferdesport. Die bisherige Datenlage bezüglich Häufigkeit, Schwere und Outcome von Verletzungen der Halswirbelsäule im Reitsport ist lückenhaft. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen daher einer Ergänzung der bisherigen Datenlage darstellen und Aspekte zur Verbesserung der Prävention von Halswirbelsäulenverletzungen im Reitsport aufweisen.

Methodik: Im Rahmen dieser retrospektiven Studie wurden die unfallchirurgischen Patienten der Notaufnahme der Medizinischen Hochschule Hannover der Jahre 2006 bis 2011, die im Zusammenhang mit Pferden verunfallt waren, identifiziert. Die Daten der Patienten wurden hinsichtlich ihrer Demographie (Alter,Geschlecht), dem Unfallmechanismus (Reitunfälle,Unfälle beim Umgang mit dem Pferd), der Verletzungsschwere, dem Verletzungsmuster sowie der Verletzungsarten untersucht. Zusätzlich wurden Daten zu Therapie, Dauer des stationären Aufenthaltes, Dauer der intensivmedizinischen Therapie, Dauer der mechanischen Ventilation sowie der Mortalität erhoben.

Neben Mittelwertberechnungen, Häufigkeitsbestimmungen sowie der Erstellung prozentualer Angaben wurden Korrelationen zwischen den Variablen bestimmt. Als signifikant wurden Ergebnisse mit einem p-Wert <0,05 gewertet.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: 66 Patienten hatten 71 Verletzungen der Halswirbelsäule erlitten. 61 Patienten (92,4%) waren weiblich, fünf Patienten (7,6%) waren männlich. 86,4% der Patienten waren beim Reiten verunfallt (ISS 6,9). Patienten, die sich beim Umgang mit dem Pferd verletzt hatten (13,6%) wiesen einen höheren ISS-Wert auf (7,4). Die häufigste Verletzunsart stellte die Distorsion der Halswirbelsäule dar (70,4%), gefolgt von Frakturen (22,5%). Begleitverletzungen fanden sich vor allem am Kopf (29,2%) und an Brust- und Lendenwirbelsäule (17,7%). Schwere Verletzungen waren häufig (6,1%) und 30 Patienten (45,5%) benötigten eine stationäre Behandlung.

Verletzungen der Halswirbelsäule sind in ihrer Häufigkeit und Schwere nicht zu unterschätzen. Es hat sich gezeigt, dass insbesondere Patienten mit Verletzungen im Kopf- bzw. Brust- und Lendenwirbelsäulenbereich ein erhöhtes Risiko für gleichzeitige zervikale Verletzungen aufweisen.

Distorsionen zählen zu den häufigsten Verletzungsarten, gefolgt von Frakturen, die mit einer Querschnittssymptomatik einhergehen können.

Patienten mit Halswirbelsäulenverletzungen benötigten häufig eine stationäre Versorgung und eine langfristige Therapie.

Die Prävention von zervikalen Verletzungen, besteht derzeit lediglich in Form von Reithelmen, speziellen Airbag-Westen, umsichtigem Reitverhalten und einer guten reiterlichen Ausbildung.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI40-220

doi: 10.3205/14dkou260, urn:nbn:de:0183-14dkou2604

Published: October 13, 2014
© 2014 Schröter et al.
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Mittelfristige Ergebnisse der zervikalen Osteophytenresektion bei vertebragener Dysphagie

Mittelfristige Ergebnisse der zervikalen Osteophytenresektion bei vertebragener Dysphagie

Özdemir S, Hahn P, Komp M, Merk H, Godolias G, Ruetten S

Fragestellung: Ausgeprägte ventrale Osteophytenbildung an der HWS kommen in 20-30% des Patientenkollektivs vor. Ein Teil dieser Patienten entwickelt aufgrund zunehmender Oesophaguskompression progrediente Dysphagien. Hauptursachen sind DISH. Die ankylosierende Spondyloarthritis (AS), degenerative, posttraumatische, postoperative oder endokrinologische Genesen sind selten. Ist die Nahrungsaufnahme gefährdet, muss bei entsprechendem Korrelat ein operativer Eingriff diskutiert werden.

Methodik: Von 2002 bis 2009 wurden 19 Patienten mit spondylogener Dysphagie bei progredienter Symptomatik und Versagen konservativer Therapiemaßnahmen operiert (2×1, 4×2, 7×3, 3×4, 3×5 Etagen). 13 Patienten zeigten eine DISH, 3 eine AS, bei 2 Patienten lagen degenerative Veränderungen vor, 1 Patienten hatte einen Z. n. HWK 3-5 Kompressionsfraktur vor >20 Jahren. Bei allen Patienten erfolgte eine reine Osteophytenabtragung ohne Fusion. Postoperativ wurde eine fraktionierte Radiatio zur Rezidivprophylaxe durchgeführt. Die Beschwerdedauer reichte von 4 Monaten bis 3 Jahren (im Mittel 1,2). Der Nachuntersuchungszeitraum betrug 24 Monate. 17 Patienten konnten nachuntersucht werden.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Die Operationszeit reichte von 57-218 Minuten (im Mittel 127 Minuten). Der Butverlust reichte von 30-160 ml. Es zeigten sich keine schwerwiegenden intra- oder postoperativen Komplikationen, insbesondere keine Oesophagusperforationen. 2mal wurde ein postoperatives Hämatom revidiert, 1mal trat eine Wundheilungsstörung auf. 2 Patienten zeigten eine passagere Heiserkeit. 12 Patienten gaben noch im stationären Aufenthalt eine Verbesserung der Dysphagie an. Nach 3 Monaten waren 15 Patienten in der Lage feste Nahrung beschwerdefrei zu konsumieren. 3 Patienten zeigten nach 18 Monaten erneute osteophytäre Formationen, jedoch ohne klinische Symptomatik.

Die ventrale Osteophytenresektion an der HWS bei spondylogener Dysphagie und konsekutiver, eingeschränkter Nahrungsaufnahme bietet zufriedenstellende Ergebnisse, bei insgesamt niedrigem Komplikationsniveau. Patienten mit langer Dysphagieanamnese scheinen eingeschränkter zu profitieren. Rezidive können auftreten.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI40-1224

doi: 10.3205/14dkou259, urn:nbn:de:0183-14dkou2599

Published: October 13, 2014
© 2014 Özdemir et al.
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Prevalence of Degenerative Changes of the Atlanto-Axial Joints

Prevalence of Degenerative Changes of the Atlanto-Axial Joints

Betsch M, Blizzard S, Boshears E, Gernhart T, Yoo J

 

Obbjective: Degeneration of the atlanto-dens and atlanto-axial joints is associated with cervical spine pain and may also be associated with an increased risk of dens fracture. However, there is paucity of literature describing the prevalence of specific degenerative changes in the atlanto-dens and atlanto-axial facet joints.

Method: We conducted a retrospective study of 1,543 adult trauma patients who received a cervical spine computed tomography scan. The anterior atlanto-dens joint interval was measured. The presence or absence of intraosseous cysts and synovitis was recorded. Degeneration of the atlanto-dens and atlanto-axial facet joints at age intervals was quantified.

Results: The atlanto-dens interval narrowed linearly with age (R2=0.992; p<0.001). The prevalence of intraosseous cysts increased exponentially from 4.2% to 37.4%, and synovitis increased from 0% to 11.1%. Intraosseous cyst formation generally began in the 2nd to 3rd decade of life and synovitis in the 5th and 6th decade of life. Facet joints also demonstrated age related changes; however, the rate of degenerative changes was lower than in the atlanto-dens joint.

Conclusion: To our knowledge, this is the first study that documents specific changes of both atlanto-dens and atlanto-axial facet joints as a function of age in a large cohort of 1,543 patients. These changes increased exponentially with age, and may contribute to pain and limitation in motion. In light of our findings and recent studies demonstrating the association between degeneration and dens fracture in elderly, cervical spine radiographs of elderly patients should be carefully assessed for these changes.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI40-977

doi: 10.3205/14dkou258, urn:nbn:de:0183-14dkou2585

Published: October 13, 2014
© 2014 Betsch et al.
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Operative Therapie der Peroneusparese durch ActiGait

Operative Therapie der Peroneusparese durch ActiGait

Welle K, Müller M

 

Fragestellung: Standardtherapie der Fußheberschwäche ist die Fußheberorthese.

Nach Apoplex mit einhergehender Hemiparese ist die Orthese aufgrund der muskulären Schwäche der paretischen Seite häufig insuffizient und führt zu unzureichender Verbesserung der Gehleistung.

Ziel dieser Studie war zu überprüfen, ob mit Hilfe der Implantation des neuen Peroneusstimulators ActiGait die Patientenzufriedenheit verbessert und die Gehleistung gesteigert werden können.

Methodik: Im Rahmen einer prospektiven Studie implantierten wir bei 12 Patienten (7m, 5w) mit einer Fußheberparese nach Apoplex den Peroneusstimulator ActiGait. Prä- und postoperativ wurden folgende Parameter bestimmt: die Gehgeschwindigkeit, die Gehstrecke pro Tag, die maximale Gehzeit und der Gesundheitszustand (SF36 health survey).

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Nach Einheilung des Implantates 3 Wochen postop. zeigte die Aktivierung des Implantates bei 11 Patienten (91,7%) eine kräftige und gut ansteuerbare Funktion.

Bei einem Patienten (8,3%) fand sich eine nur geringe Aktivierbarkeit ohne ausreichende Fußhebung. Bei einem Patienten fand sich postoperativ ein nicht behandlungsbedürftiges Hämatom.

Der stationäre Aufenthalt betrug 7,4 Tage (6-9 Tage).

Die erhobenen Parameter, die Gehgeschwindigkeit, die Gehstrecke pro Tag, die maximale Gehzeit und der Gesundheitszustand (SF36) waren postoperativ im Vergleich zum präoperativen Befund signifikant verbessert.

Die Implantation des neuen Peroneusstimulators ActiGait ist ein sicher und komplikationsarm durchzuführendes neuroorthopädisches Verfahren. Bei 11 von 12 Patienten zeigte sich eine signifikante Steigerung der Gangleistung. Aufgrund der Invasivität sollte die operative Behandlung der Fußheberparese erst nach Ausschöpfung der konservativen Therapiemöglichkeiten in Erwägung gezogen werden.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI39-677

doi: 10.3205/14dkou257, urn:nbn:de:0183-14dkou2576

Published: October 13, 2014
© 2014 Welle et al.
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Heterotope Ossifikationen nach primärer OSG-Prothese, Klassifikation und Analyse

Heterotope Ossifikationen nach primärer OSG-Prothese, Klassifikation und Analyse

Springer A, Tsitsilonis S, Landvoigt K, Haas NP, Manegold S

 

Fragestellung: Die Sprunggelenkendoprothetik hat sich mittlerweile zur Behandlung der OSG-Arthrose bewährt. Im Vergleich zur Hüft- und Knieendoprothetik werden heterotope Ossifikationen (HO) nach OSG-TEP mit einer Inzidenz von ca. 80% vermehrt beschrieben, wobei deren Ursache und klinische Bedeutung bis heute unklar sind.

Das Ziel der Arbeit war es, mögliche ätiologische Faktoren, die zur Ausbildung von HO nach OSG-TEP führen, zu erfassen und eine Risikostratefizierung zur Inzidenz sowie eine Klassifikation für Ausmaß und Lokalisation von HO zu erstellen.

Methodik: Es erfolgte eine retrospektive Analyse von primären OSG-Prothesen mit einem radiologischen Mindest-Follow-Up von 60 Monaten. Neben patienten- und operationsspezifischen Daten (Prothesengröße, OP-Dauer, Blutsperrenzeit) wurden folgende radiologische Parameter wurden erfasst: Coverage der tibialen Komponente, coronare Prothesenstellung (varus, valgus), sagittale talare Zentrierung und slope der tibialen Komponente. HO wurden anhand ihrer Lokalisation in 4 Quadranten (ventral, dorsal, medial, lateral) und das Ausmaß der HO vierstufig (0= keine HO, 1= einzelne Inseln 2= nicht pontifizierende HO, 3= pontifizierend) unterteilt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Unter Berücksichtigung der Ausschlusskriterien konnten 67 Patienten (67 Jahre, 32-88 Jahre; 39 männl., 28 weibl., 68% posttraumatische Arthrose, 25% primäre Arthrose, 7% andere Ursache) eingeschlossen und über einen Zeitraum von  60 Monaten radiologisch nachuntersucht werden. Anhand der erhobenen Klassifikation konnten 7 Patienten mit 0 (10,4%), 19 mit 1° (28,4%), 22 mit 2° (32,8%) und 19 mit 3° (28,4%) klassifiziert werden. Dabei ergab sich eine Verteilung der HO (Doppelnennungen vorhanden) von 11x ventral (22,4%), 60 dorsal (89,6%), 11 medial (16,4%) und 29 lateral (43,3%). Somit traten in unserer Studie HO im mittelfristigen Verlauf mit einer Inzidenz von 89,6% auf. Auffallend war, dass ein undercoverage der tibialen Prothesenkomponente (9/67; 13,4%) immer zur Ausbildung einer HO führte (1x Klassifikation 1° (11,1%), 4x 2° (44,4%), 4x 3° (44,4%)). Tendenziell neigten 1/3 der Männer zur Ausbildung 3° klassifizierter HO, während nur 1/5 der Frauen 3° HO aufwiesen. Das Geschlecht scheint bei der Ausbildung von HO eine Rolle zu spielen. Hinsichtlich der Prothesenstellung hatte die talare Zentrierung ebenfalls einen Effekt auf die Ausbildung von HO. Bei ventral gelegener talarer Prothesenkomponente zeigten sich häufiger dorsale Ossifikationen, bei dorsal gelegener talarer Komponente kam es Zur Ausbildung von medial lokalisierten HO.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass bei kritischer Analyse der HO, sich im mittelfristigem Verlauf in 90% HO finden lassen, wobei Männer mehr zur Ausbildung schwerer HO neigen als Frauen. Ebenfalls scheint ein undercoverage mit der Ausbildung von HO zu korrelieren. So ist in der Sprunggelenkendoprothetik ein optimales Balancing und eine anatomisch korrekte Positionierung der Komponenten erforderlich, um das Auftreten von HO zu minimieren.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI39-1340

doi: 10.3205/14dkou256, urn:nbn:de:0183-14dkou2568

Published: October 13, 2014
© 2014 Springer et al.
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