Koinzidenz des extraartikulären Subspine- Impingements mit intraartikulärem Impingement am Hüftgelenk

Koinzidenz des extraartikulären Subspine- Impingements mit intraartikulärem Impingement am Hüftgelenk

Krüger D, Scheel F, Haas NP, Perka CF, Schröder J

 

Fragestellung: Neben den bekannten intraartikulären Cam- und Pincer-Formen des femoroazetabulären Impingements (FAI) sind aktuell extraartikuläre Impingement-Formen am Hüftgelenk in den Fokus gerückt. Beim Subspine-Impingement kommt es zum mechanischen Konflikt zwischen einer hypertrophen Spina iliaca anterior inferior (SIAI) und dem Schenkelhals.

Dabei scheinen intra- und extraartikuläre Impingementformen nebeneinander auftreten zu können.

Ziel dieser Untersuchung war die Bestimmung der Häufigkeit einer Kombination aus extraartikulärem Subspine Impingement und intraartikulärem Impingement in unserem Patientengut. Zusätzlich soll die Evaluation des Subspine-Impingements im konventionellen Röntgen und MRT erfolgen.

Methodik: In einer retrospektiven Analyse erfassten wir alle Hüft-Arthroskopien im Zeitraum von 10/2012 bis 10/2013, bei denen eine arthroskopische Korrektur eines intraartikulären femoroazetabulären Impingements erfolgte.

Das Vorliegen eines relevanten additiven Subspine-Impingements wurde über den typischen intraoperativen Lokalbefundes mit einer fokalen Rötung der Kapsel und des perilabralen Recessus im Bereich der SIAI verbunden mit der Durchführung einer entsprechenden knöchernen Korrektur definiert. Die radiologische Analyse erfolgte an standardisierten prä- und postoperativen Röntgenbildern sowie des präoperativen MRT. Als radiologische Kriterium wurde eine nach kaudal über das Pfannendach hinaus reichende SIAI in der Beckenübersicht und den axialen MRT Schichten evaluiert.

Ergebnisse: Im Zeitraum zwischen 10/2012 und 10/2013 wurden 85 Hüften (83 Patienten) wegen eines femoroacetabulären Impingement einer Hüftarthroskopie unterzogen. Bei 15 dieser Patienten (18%) wurde zusätzlich eine Korrektur des Subspine Impingement durchgeführt. Davon waren 4 der Patienten weiblich und 11 männlich bei einem Durchschnittsalter von 28 Jahren (18-51 Jahre).

In 87 % (13/15 Fällen) war eine prominente SIAI in der präoperativen Beckenübersicht und in 73% (11/15 Fällen) der Patienten in den axialen MRT Schichten durch eine über das Pfannendach nach kaudal reichende SIAI belegbar.

In der postoperativen Beckenübersicht zeigte sich dies nur noch in 13 % (2/15 Fällen).

Schlussfolgerung: Ein additives extraartikuläres Subspine-Impingement wurde in 18% der aufgrund eines intraartikulären femoroazetabulären Impingements arthroskopierten Fälle korrigiert.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI44-1421

doi: 10.3205/14dkou297urn:nbn:de:0183-14dkou2972

Published: October 13, 2014
© 2014 Krüger et al.
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Therapieerfolg der chirurgischen Hüftluxation in der Behandlung des Femoroazetabulären Impingements im mittelfristigen Follow-up

Therapieerfolg der chirurgischen Hüftluxation in der Behandlung des Femoroazetabulären Impingements im mittelfristigen Follow-up

Sitterlee F, Kirschbaum S, Wassilew G, Perka CF, Müller M

 

Fragestellung: Die chirurgische Hüftluxation ist eine operative Technik in der Behandlung des Femoroazetabulären Impingements (FAI). Die Vorteile bestehen in der kompletten Visualisierung des Hüftgelenks und der damit vollständigen Modulation der knöchernen Anbauten am Femur bzw. Azetabulum, insbesondere auch an sehr schwierig zugänglichen Stellen. Potentiell nachteilig sind die längere Rehabilitationszeit sowie ein erhöhtes Risiko für Pseudarthrosen oder Femurkopfnekrosen.

Ziel ist es daher den Therapieerfolg sowie Risiken und Komplikationsrate der chirurgischen Hüftluxation in der Therapie des FAI im mittelfristigen Follow-up zu untersuchen.

Methodik: Es wurden 36 Patienten nachuntersucht, die auf Grund eines FAI (Cam n=3, Pincer n=1, kombiniert n=32) über eine chirurgische Hüftluxation operiert wurden (OP-Zeitraum 2006-2011). Die postoperative Behandlung beinhaltete eine Schmerz- und Physiotherapie mit 15 kg Teilbelastung an 2 UAGs für ca. 6 Wochen, die Belastungssteigerung nach Röntgenkontrolle. Die Auswertung beinhaltete objektive Erfolgsparameter (prä- und postoperative Funktion, -scores, Bewegungsumfänge, Aktivität, Schmerzen, Rezidive, Re-Operation, TEP-Implantation) und die subjektive Erfolgseinschätzung der Patienten (Zufriedenheit, Beschwerdebesserung, Hüftfunktion). Ebenfalls erfolgte eine detaillierte prä- und postoperative Röntgenauswertung.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Das mittlere Follow-Up betrug 53 Monate (20-87), das mittlere Alter 49 Jahre (35-74). Im Mittel konnte eine Verbesserung der Innenrotation von 5° auf 13° (p<0,05) und der Abduktion von 28° auf 34° (p<0,05) erreicht werden. Der HHS verbesserte sich von 71 +/- 11 auf 84 +/-17 (p<0,05). In 56% (n=20) der Fälle bestand im Verlauf ein schmerzfreies Intervall von durchschnittlich 1,5 J. (0-5), 28 % (n=10) zeigten eine Schmerzminderung. Postoperativ waren 64% (n=23) der Patienten wieder sportlich aktiv, das Spektrum änderte sich dabei zugunsten gelenkschonender Sportarten. Die Hüftfunktion zeigte sich deutlich verbessert, und wurde zu 74% als normal bis fast normal eingeschätzt. Die Zufriedenheit mit der Operation betrug 47% (n=17), dieser Anteil würde einer erneuten Operation zustimmen. Der Alpha-Winkel verringerte sich von 70° auf 44° (p< 0,05). Bei 36% (n=13) der Patienten war im Verlauf die Implantation einer Hüft-TEP nach durchschnittlich 33 Mo. notwendig, Von diesen hatten 40% (n=5) einen präoperativen Arthrosegrad >1. Die Komplikationsrate betrug 13% (2xFKN, 2x Pseudarthrose, 1xSchraubenbruch).

Die chirurgische Hüftluxation ist im mittelfristigen Follow-up eine erfolgreiche Therapieoption des FAIs, die zu einer deutlichen Verbesserung der Hüftfunktion und Schmerzsymptomatik führt. Eine komplette Wiederherstellung der Hüftfunktion ist jedoch nur begrenzt möglich, insbesondere bei Patienten mit einem präoperativen Arthrosegrad >1. Eine ausführliche Aufklärung bezüglich Therapieerfolg, Erwartungen, Restbeschwerden und Risiken ist essentiell.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI44-345

doi: 10.3205/14dkou296urn:nbn:de:0183-14dkou2964

Published: October 13, 2014
© 2014 Sitterlee et al.
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Validierung einer patientenorientierten Version des Beighton Scores zur Diagnose der Hyperlaxizität bei Patienten mit femoroacetabulärem Impingement

Validierung einer patientenorientierten Version des Beighton Scores zur Diagnose der Hyperlaxizität bei Patienten mit femoroacetabulärem Impingement

Hatzung G, Müller A, Impellizzeri FM, Leunig M, Naal FD

 

Fragestellung: Es gibt Hinweise auf eine Assoziation zwischen Hyperlaxizität und vermehrten muskuloskelettalen Schmerzen sowie erhöhter Verletzungsanfälligkeit in der aktiven Population. Die Prävalenz der Hyperlaxizität bei Patienten mit femoroacetabulärem Impingement (FAI) und der Zusammenhang mit klinischen Ergebnissen ist bisher weitgehend unbekannt. Ziel dieser prospektiven diagnostischen Studie war es, eine patientenorientierte Version des Beighton Scores zu validieren, die Prävalenz der Hyperlaxizität zu berechnen und Zusammenhänge mit klinischen und radiologischen Parametern zu untersuchen.

Methodik: In die Studie wurden 55 Patienten (18 w, 37 m, Durchschnittsalter 29 Jahre) mit der Diagnose eines FAI eingeschlossen. Alle Patienten bestimmten an sich selbst an Hand eines Untersuchungsbogens den Wert ihres Beighton Scores. Anschliessend wurde der Beighton Score ohne Kenntnis des vom Patienten erhobenen Wertes durch einen Untersucher ermittelt. Die Interobservervariabilität wurde durch Berechnung des kappa-Wertes bestimmt. Die Prävalenz der Hyperlaxizität und die Assoziation mit klinischen und radiologischen Parametern wurde festgestellt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Der durchschnittliche Wert des Beighton Scores betrug 2.6 in der patientenorientierten Version. Es zeigte sich eine gute bis exzellente Uebereinstimmung zwischen der Selbstuntersuchung und der Bestimmung durch den untersuchenden Arzt. Bei einem cutoff ≥4 betrug die Prävalenz der Hyperlaxizität 32,7% (50% der weiblichen Patienten und 24,3% der männlichen Patienten). Es zeigte sich eine signifikante Assoziation zwischen hohen Werten des Beighton Scores und Hüftflexion (r=0,61) und Innenrotation (r=0,56). Es fand sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Beighton Score und radiologischen Parametern.

Der Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass der patientenorientierte Beighton Score praktikabel und valide ist. Die Prävalenz der Hyperlaxizität bei Patienten mit FAI scheint hoch zu sein. Studien an grösseren Patientenkollektiven sind notwendig, um die Zusammenhänge zwischen Hyperlaxizität und FAI und die Therapieergebnisse bei hyperlaxen Patienten zu untersuchen.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI44-690

doi: 10.3205/14dkou295urn:nbn:de:0183-14dkou2952

Published: October 13, 2014
© 2014 Hatzung et al.
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Arthroskopische Behandlung von Knorpeldefekten des Hüftgelenkes mittels autologer matrixinduzierter Chondrogenese (AMIC)

Arthroskopische Behandlung von Knorpeldefekten des Hüftgelenkes mittels autologer matrixinduzierter Chondrogenese (AMIC)

Thorey F, Budde S, Ezechieli M, Ettinger M

 

Fragestellung: Eine Vielzahl klinischer Studien haben den positiven Einfluss von autologematrixinduzierte Chondrogenese (AMIC) bei Knorpelläsionen beschrieben. Für den arthroskopischen Einsatz der AMIC am Hüftgelenk ist bisher keine Operationtechnik beschrieben. Daher wurden in dieser Kadaver Studie die Erreichbarkeit des Femurkopfes und des Azetabulums zur Knorpeltherapie und Techniken zur Einbringung der AMIC untersucht.

Methodik: Bei sechs humanen Kadavern wurden beide Hüftgelenke arthroskopiert (12 Hüfte). Zwei Knorpeldefekte wurden jeweils an den Hüftkopf und an den Femurkopf gesetzt (insgesamt 48 Defekte). Nach einer arthroskopischen Mikrofrakturierung wurden die Defekte mit einer AMIC therapiert. Anschließend wurde die Dislocationrate der AMIC nach wiederholten Hüftgelenkbewegungen beurteilt.

Ergebnisse: Bei allen 48 Defekten konnte die Mikrofrakturierung mit anschließender AMIC Versorgung durchgeführt werden. Die mittlere Dauer zum Einbringen der AMIC betrug 8 ± 2,9 Minuten. Die Dauer hat sich mit zunehmender Erfahrung des Operateurs während der Studie verkürzt. Am Femurkopfzeigten nach 20 Bewegungszyklen 18/24 Defekten keine Dislokationen, 4/24 Defekten geringe Dislokationen und 2/24 Defekten große Dislokationen der AMIC. Am Azetabulum zeigten 22/24 Defekten keine Dislokationen, 2/24 große Dislokationen.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: In dieser in-vitro Studie konnte gezeigt werden, dass Knorpeldefekte des Femurkopfes und des Azetabulums arthroskopisch mittels Mikrofrakturierung und AMIC versorgt werden können. Die Dislokationsrate war am Femurkopf höher als am Azetabulum, was möglicherweise der Mobilität des Femurkopfes aus dem Acetabulum heraus geschuldet ist. Es werden jedoch dringend klinische Studie benötigt, die den arthroskopischen Einsatz der AMIC am Hüftgelenk untersuchen.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI44-1417

doi: 10.3205/14dkou294urn:nbn:de:0183-14dkou2948

Published: October 13, 2014
© 2014 Thorey et al.
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Arthroskopisch assistierte Mini-open-Operation über den anterioren Hüftzugang zur Behandlung des FAI

Arthroskopisch assistierte Mini-open-Operation über den anterioren Hüftzugang zur Behandlung des FAI: Erste Erfahrungen und Ergebnisse einer Multicenter Studie

Ezechieli M, DeMeo F, Cardenas C, Cavalieri P, Windhagen H, Ribas M

 

Fragestellung: Die chirurgische Behandlung des femoroacetabulären Impigements (FAI) hat sich in den letzten Jahrzehnt aufgrund der zunehmend guten Ergebnissen zum Standard entwickelt. In den Neunzigern Begann die Behandlung über die offene Hüftluxation mit Trochenter-flip Osteotomie nach Ganz. Im Laufe der Jahre entwickelte sich zunehmend die Hüftarthroskopie zur Behandlung des FAI. Aufgrund gewisser Limitierungen dieser Methoden wurde 2002 die arthroskopisch assistierte mini-open Technik (AAMOT) über den anterioren Hüftzugang beschrieben.

Ziel der Studie war es, die Ergebnisse der ersten 72 Fälle der FAI-Behandlung durch AAMOT multizentrisch (Hannover und Reggio Calabria, Italien) zu erheben.

Methodik: Zwei Chirurgen ME und FdM eigneten sich diese Technik bei dem Erstbeschreiber MR an. 72 Patienten wurdendie in AAMOT zwischen 2011 und 2013 operiert wurden eingeschlossen. Gruppe A 56 Patienten (25 Frauen/32 Männer) /durchschnittliches Alter von 36,1 Jahren (14-65) und Gruppe B mit 15 Patienten(9 Frauen/6 Männer)/durchschnittliches Alter von 28,5 Jahren (14-65). Die Durchschnittliche Nachuntersuchungszeitraum betrug 15 Monate (6-24), erhoben wurden der WOMAC-Score, HOOS-Score und der UCLA-activity-Score. Erhoben wurden prä- und postoperativ der Impigement-Test, Kompressions-Dekompressions-Test nach Ribas, der alpha-Winkel nach Nötzli (axiale nach Dunn) und der CE-Winkel nach Wiberg (a.p.). OP-Zeit, Blutverlust und Komplikationen wurden ebenfalls ausgewertet. Die statistische Auswertung erfolgte mit SPSS, die Signifikanz mit p<0.05 festgelegt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Beide Gruppen A und B zeigten vergleichbare Ergebnisse die OP-Zeit (A: 142,5 Minuten (75-199); B: 134 Minuten (95-175)) und den Blutverlust betreffend (A: 62ml (40-126); B: 68ml (range 45-110)). In beiden Zentren zeigten alle 3 erhobenen Scores significant bessere Ergebnissse zum follow-up Zeitpunkt im Vergleich zu präoperativ (WOMAC score in A: von 64.3 (32-84) auf 91.4 (50-100). B: von 68.1 (48-80) auf 89.4 (range71-100). HOOS-Score in A: von 59.5 (range 38-82) auf 94.4 (range 55-100); B: Von 62.1 (range 49-83) auf 93.8 (range 69-100). UCLA- Score in A: von 5.2 auf 8.1; B: von 5.3 auf 8.4. Auch die erhobenen Winkel zeigten eine signifikante Verbesserung in beiden Gruppen. Präoperativ: 84.3° ± 12.17 (A) und 82.6 ± 11.43 (B), nach Arthroplastik: 50.8 ± 3.67 in A und 52.1 ± 3.24 in B. Der preoperative CE-Winkel änderte sich von 33.6° ± 7.44 (A) und ± 38.43 ± 8.1 (B) auf 30.9 ± 4.1 in A und 34.1 ± 4.24 in B. Es traten 10 Komplikationen auf (9 minor, 1 major)

Die AAMOT ist eine verlässliche und reproduzierbare Technik zur Behandlung des FAI. 70% der beobachteten Komplikationen in beiden Gruppen tauchten jeweils während der ersten 10 Fälle auf, die Gesamtkomplikationsrate ist niedrig. Verglichen mit der offenen Luxation nach Ganz und der Hüft-Arthroskopie ist die Lernkurve steil. Diese ersten Ergebnisse zeigen ein gutes klinisches und radiologisches Outcome, sodass diese Technik zur Behandlung des FAI als Alternative angesehne werden kann.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI44-941

doi: 10.3205/14dkou293urn:nbn:de:0183-14dkou2933

Published: October 13, 2014
© 2014 Ezechieli et al.
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Die mini-open Schenkelhalsmodulation als Therapieoption des femoroacetabulären Impingements im mittelfristigen Follow-up

Die mini-open Schenkelhalsmodulation als Therapieoption des femoroacetabulären Impingements im mittelfristigen Follow-up

Kirschbaum S, Perka CF, Sitterlee F, Wassilew G, Müller M

 

Fragestellung: Das Femoroacetabuläre Impingement (FAI) bezeichnet einen schmerzhaften, zumeist knöchernen Kontakt zwischen Schenkelhals und Acetabulum aufgrund unphysiologischer, ossärer Anbauten des Schenkelhalses oder Pfannenrandes. Ein repetitives Impingement kann zur Schädigung von Labrum und Gelenkknorpel führen und stellt dadurch einen Risikofaktor für die Entstehung einer Arthrose dar. Die mini-open Schenkelhalsmodulation (SHM) ermöglicht ein minimalinvasives, offenes Abtragen der knöchernen Anbauten und somit die Elimination dieser präarthrotischen Deformität. Da das FAI ein relativ neues Krankheitsbild ist, besteht für die mini-open SHM ein Mangel an mittel- und langfristigen Ergebnissen, insbesondere bezüglich Ausmaß und Dauer des Therapieerfolges.

Methodik: Es wurden 99 Patienten (105 Hüften), die sich aufgrund eines FAI im Zeitraum von 2005 bis 2012 in unserer Klinik einer mini-open SHM unterzogen, nachuntersucht. Es erfolgte die Untersuchung des 1. subjektiven Patienten-bezogene Outcome (Zufriedenheit, Aktivitätslevel, Schmerzsymptomatik (NRS), Funktionsscores (z.B. HOS), 2. des klinischen Outcomes (ROM, Funktionstests, etc.) sowie 3. eine röntgenologische Auswertung der prä-, postoperativen und aktuellen Röntgenbilder (Arthrosegrad, alpha-Winkel, Ossifikationen, etc.). Zusätzlich wurden Rezidiv- und Komplikationsrate ermittelt.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Das mittleres Follow-up betrug 36,8 Monate (4-103). 60% (63) der Patienten waren mit dem Ergebnis zufrieden. 80% (84) gaben ein postoperativ schmerzfreies Intervall (2-103 Monate) an, 66% (55) sind bis zum Zeitpunkt des Follow-up nahezu komplett schmerzfrei. Es zeigte sich eine signifikante Verbesserung in allen Scores (p<0,01). 77% (81) waren weiterhin sportlich aktiv: 20% (21) mussten die Intensität der ursprünglich ausgeübten Sportart mindern, 23% (24) diese aufgeben. Es zeigte sich eine signifikante Verbesserung der IRO (12°±8° auf 25°±12°) und Flexion (113°±16° auf 117°±16°). Der alpha-Winkel konnte von 62° (±11°) auf 41° (±7°) korrigiert werden. Präoperativ zeigten 85% (58), postoperativ noch 79% (54) der Patienten ein Arthrosegrad Kellgren ≤1. Die Komplikationsrate betrug 3,9% (2x FKN, 1x Infekt, 1x prolongierte Sekretion). Es wurden 7 Rezidive und 11 Ossifi-kationen beobachtet. 12 Patienten erhielten im Verlauf eine TEP, wobei davon 10 bereits präoperativ ein Arthrosegrad ≥2 aufwiesen.

Die mini-open SHM stellt ein sicheres und effektives Verfahren zur Behandlung des FAI dar. Sie ermöglicht im kurz- und mittelfristigen Verlauf zu einem hohen Prozentsatz die Wiedererlangung einer schmerzfreien Hüftfunktion und damit die Rückkehr zu vorherigen beruflichen und sportlichen Aktivität. Patienten mit einem präoperativen Arthrosegrad ≥2 profitieren nur unzureichend von einer Therapie, wodurch hier die Indikation der mini-open Schenkelhalsmodulation nur sehr zurückhaltend gestellt werden sollte.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI44-319

doi: 10.3205/14dkou292urn:nbn:de:0183-14dkou2923

Published: October 13, 2014
© 2014 Kirschbaum et al.
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