Nutzen und Wirksamkeit orthopädischer Schuheinlagen – Pressekonferenz Prof. Dorotka 2015

Als Ergänzung zu einer Pressekonferenz zu „Nutzen und die Wirksamkeit orthopädischer
Schuheinlagen“ von Prof. Dorotka in Jahre 2015 bieten nachfolgende Artikel Hintergrundinformationen. Diese und andere Stellungnahmen, Ratgeber und Informationsbroschüren können Sie hier auf der BVdO-Website nachlesen. Konkret finden Sie folgende Artikel als Begleitmaterial zur Pressekonferenz:

 

 

 

Überblick Artikelserie zu Orthopädie in „Krone Gesund“ auf der BVdO-Website

In Zusammenarbeit mit dem MedMedia-Verlag hat der BVdO einen Gesundheitsratgeber zum Thema „Orthopädie-Gelenke und Wirbelsäule verstehen“ verfasst. Diesen und andere Ratgeber und Informationsbroschüren können Sie hier auf der BVdO-Website nachlesen. Daraus entstanden auch einige Artikel in der Gesundheitsbeilage der Kronenzeitung (Krone Gesund), die Sie nachfolgend gesammelt als PDFs finden können.

Arthroskopische Schulter-Stabilisierung mit Fragmentosteotomie und Refixation bei chronischer anteroinferiorer Schulterinstabilität

Arthroskopische Schulter-Stabilisierung mit Fragmentosteotomie und Refixation bei chronischer anteroinferiorer Schulterinstabilität

Wolke J, Le DA, Gerhardt C, Haas NP, Scheibel M

 

Fragestellung: Die rezidivierende anteroinferiore Schultergelenksluxation führt bekanntermaßen häufig zu knöchernen glenoidalen Defektsituationen. Bei einer chronischen Defektsituation des anterioren Glenoides verheilt das knöcherne Fragment nicht selten in einer medialisierten Fehlposition. Die arthroskopische Stabilisierung mit Fragmentosteotomie und anschließender Refixation wurde zur Behandlung dieser Pathologie bestätigt.

Ziel dieser Studie war es, das postoperative Outcome dieser Patienten zu evaluieren.

Methodik: Es wurden 24 Patienten (23 m, 1 w, Durchschnittsalter 26 (16-46) Jahre) mit einem anterioren Glenoiddefekt Typ II (chronischer Fragmenttyp) eingeschlossen und präoperativ sowie 1 Jahr postoperativ nach arthroskopischer Schulterstabilisierung mit Fragmentmobilisation und Refixation in Push-Lock-Fiber-Wire-Loop-Technik klinisch unter Erhebung des Bewegungsumfanges und der Schulterfunktionsscores evaluiert.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Es zeigte sich im Vergleich der präoperativen zu den postoperativen Schulterfunktionsscores eine signifikante Verbesserung des Constant Score von 79 (60-92) auf 85 (52-100), des Rowe Score von 36 (20-75) auf 74 (5-100), des Walch Duplay Score von 19 (0-40) auf 73 (-5-100), des Melbourne Instability Shoulder Score von 47 (24-83) auf 79 (18-100) und des Subjektive Shoulder Value von 53 (20-85) auf 80 (25-100). In zwei Fällen wurde eine Revisionsoperation notwendig: ein Korakoidtransfer bei Rezidivinstabilität und eine Re-Arthroskopie bei Fadenimpingement.

Somit lässt sich aus den Frühergebnissen dieser Studie schlussfolgern, dass die arthroskopische Schulterstabilisierung mit Fragmentosteotomie und Refixation bei anterioren Glenoidranddefekten vom chronischen Fragmenttyp eine adäquate und erfolgversprechende operative Versorgung darstellt, welche die Funktionalität der Schulter signifikant verbessert.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI21-930

doi: 10.3205/14dkou105, urn:nbn:de:0183-14dkou1058

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Wolke et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.

Eintritt der Arbeitsfähigkeit und berufliche Rehabilitation nach arthroskopischer und offener Labrumrekonstruktion

Eintritt der Arbeitsfähigkeit und berufliche Rehabilitation nach arthroskopischer und offener Labrumrekonstruktion

Ateschrang A, Fiedler S, Loewe W, Kraus TM, Stöckle U

 

Fragestellung: Zahlreiche Studien mit Analyse der sportlichen Rehabilitation nach Labrumrekonstruktion (LR) wurden publiziert. Bisher ist uns keine Studie bekannt mit Vergleich der Arbeitsunfähigkeitsdauer (AU) in Abhängigkeit nach validierten Kriterien des Bundesverbandes REFA und beruflichen Reintegration nach offener und arthroskopischer LR. Ziel dieser Studie war daher der verfahrensspezifische Vergleich der AU und der damit verbundenen Erfolgsrate beruflicher Rehabilitation.

Methodik: In diese retrospektive Studie wurden alle Patienten mit erfolgter arthroskopischer und offener LR aus den Jahren 2003 bis 2012 eingeschlossen. Patienten mit hyperlaxer Instabilitätskomponente wurden ausgeschlossen. Unter Berücksichtigung der Ein- und Ausschlusskriterien konnten 105 Patienten (23 w / 82 m) von einem Gesamtkollektiv von 205 Patienten berücksichtigt werden. 82 Patienten wurden arthroskopisch und 23 Patienten offenen (Bankart / Neer) versorgt. Das klinische Follow up beinhaltete die schulterspezifischen Scores (Constant-Murley, UCLA Shoulder und Rowe Score). Die Arbeitsbelastung wurde nach REFA in 0-1 (gering) und 2-4 (hoch) klassifiziert.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Das mittlere Follow up betrug 49,5 Monate (Durchschnittsalter 38,4 Jahren).

  • Arthroskopische LR (ALR): Die mittlere AU betrug 3,2 Monate (± 2,4). Die AU für Patienten mit REFA 0-1 betrug im Mittel 2,3 Monate (± 1,6) versus 4,2 Monaten (± 2,7) für Fälle mit REFA 2-4 (p = 0,0018). 2 von 38 Patienten (5,3%) mit REFA 0-1 und 12 von 44 Patienten (28%) mit REFA 2-4 konnten nicht mehr zurück in den ursprünglichen Beruf.
  • Offene LR (OLR): Die mittlere AU betrug 2,8 Monate (± 2,3). Die AU betrug für Patienten mit REFA 0-1 durchschnittlich 1,8 Monate (± 1,0 Monate) versus 4,3 Monate (± 3,3) für Fälle mit REFA 2-4 (p=0,027). Einer von 14 Patienten mit REFA 0-1 (7,1%) und 4 aus 9 Patienten (44,4%) mit REFA 2-4 konnten nicht mehr zurück in den ursprünglichen Beruf.

Die Inzidenz der Re-Luxation betrug in der Gruppe ALR 13% für REFA 0-1 und 6,8% für REFA 2-4. Die Inzidenz der Re-Luxation in der Gruppe OLR betrug 0% für REFA 0-1 und 11,1% für REFA 2-4 ohne signfikiante Unterschiede (Chi2, Pearson).

Verfahrensbedingte Unterschiede hinsichtlich des Vergleichs zwischen den REFA-spezifischen Subgruppen nach offener und arthroskopischer LR konnten nicht identifiziert werden.

Hohe berufliche Belastungen (REFA 2-4) führen zu einer signifikant längeren AU sowohl nach offener wie arthroskopischer LR. Verfahrensbedingte Vorteile konnten nicht festgestellt werden. Die Wiederaufnahmerate des ursprünglichen Berufs war für das offene und arthroskopische Vorgehen vergleichbar, wobei auch das klinische Outcome mit sämtlichen Scores keine Vorteile identifizierte. Die primäre arthroskopische LR stellt daher auch für Patienten mit unidirektionaler posttraumatischer Instabilität mit belastender Tätigkeit die Therapie der ersten Wahl dar. Die berufliche Rehabilitationsprognose muss jedoch verbessert werden.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI21-1438

doi: 10.3205/14dkou104, urn:nbn:de:0183-14dkou1047

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Ateschrang et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.

Reverse-Hill-Sachs Läsion nach hinterer Schulterluxation: Klinische Ergebnisse der arthroskopischen und offenen Rekonstruktion

Reverse-Hill-Sachs Läsion nach hinterer Schulterluxation: Klinische Ergebnisse der arthroskopischen und offenen Rekonstruktion

Gühring M, Mezger D, Albrecht D, Stöckle U, Ateschrang A

 

Fragestellung: Aufgrund der seltenen Entität stellt die Behandlung der Reverse-Hill-Sachs Läsion nach dorsaler Schulterluxation nach wie vor eine Herausforderung dar. In der Literatur wurden verschiedene Operationstechniken im Rahmen von Fallbeschreibungen beschrieben. Die hier dargestellte Studie soll retrospektiv die Ergebnisse nach arthroskopischer und offener Rekonstruktion der Reverse-Hill-Sachs Läsion darstellen.

Methodik: Von Januar 2008 bis Dezember 2011 wurden 12 Patienten mit Reverse-Hill-Sachs Läsion nach dorsaler Schulterluxation operativ therapiert. Alle Patienten waren männlich mit einem Durchschnittsalter von 39,17 Jahren (range 17 bis 55 Jahre). In allen Fällen handelte es sich um traumatische dorsale Schulterluxationen mit einer Reverse-Hill-Sachs Impressionsfraktur. Die bildgebende Diagnostik beinhaltete neben der konventionellen radiologischen Untersuchung stets eine Computertomographie. Der operative Algorithmus umfasste eine Arthroskopie des betroffenen Schultergelenkes um die Entscheidung bezüglich einer arthroskopischen oder offenen Rekonstruktion der Impressionsfraktur zu treffen. In 9 Fällen erfolgte die Therapie der Reverse-Hill-Sachs Läsion durch Anheben der Gelenkfläche. Davon wurden 5 rein arthroskopisch (2 Spongiosaplastiken) und 4 offen (3 Spongiosaplastiken) durchgeführt. In 3 Fällen wurde die humerale Gelenkfläche mittels kortikospongiösem Span vom Beckenkamm rekonstruiert. Bei 2 Patienten wurde in gleicher Sitzung das dorsale Labrum refixiert. Das Follow-up betrug im Schnitt 12,1 Monate (range 10 bis 14 Monate). Neben der klinischen Untersuchung wurden alle Patienten hinsichtlich Stabilität, Beweglichkeit und Funktion anhand des Constant Score und des Rowe Score bewertet. Die Lebensqualität wurde mittels DASH Score und das subjektive Schmerzempfinden mittels VAS evaluiert.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Im Gesamtkollektiv kam es bisher zu keiner Reluxation. Klinisch zeigte sich für alle Patienten keine residuelle Instabilität. Der durchschnittliche Constant Score betrug 81,92 (range 59 bis 95). Der Rowe Score betrug im Schnitt 72,92 (range 45 bis 95). Der DASH Score wurde mit einem Mittelwert von 10,49 (range 0,83 bis 27,5) ermittelt. Das Schmerzempfinden wurde mit durchschnittlich 1,67 (range 0 bis 4) angegeben. Es kam zu keiner Infektion, Nachblutung oder Nervenläsion sowie zu keiner Komplikation nach Beckenkammspongiosaentnahme.

Die Therapie der Reverse-Hill-Sachs Läsion nach hinterer Schulterluxation richtet sich nach der Grösse und Lage des Defektes. Das operative Vorgehen mit dem Ziel der Rekonstruktion der Gelenkfläche und Vermeidung der Weber’schen Derotationsosteotomie erbrachte ermutigende und klinisch gute erste Ergebnisse. Im Rahmen des weiteren Follow-up müssen jedoch Langzeitkomplikationen wie posttraumatische Arthrose und residuelle Instabilität kritisch überprüft werden, um eine abschließende Bewertung dieses Vorgehens zu ermöglichen.

 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2014). Berlin, 28.-31.10.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocWI21-870

doi: 10.3205/14dkou103, urn:nbn:de:0183-14dkou1032

Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
© 2014 Gühring et al.
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